Nachfrage nach E-Autos wächst 

VW-Pressekonferenz: Konzern gibt 34 Milliarden Euro für E-Mobilität aus

Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns (Mitte),bei der Jahrespressekonferenz in Berlin. 

Kassel. Für das VW-Werk Kassel in Bauntal gab es am Dienstag gute Nachrichten direkt vom Vorstand.

Aktualisiert um 17.31 Uhr

- Der Volkswagen-Konzern investiert bis 2022 insgesamt 34 Milliarden Euro in die Zukunftsbereiche E-Mobilität, in das autonome Fahren, in Mobilitätsdienste und die Digitalisierung. Innerhalb von vier Jahren sollen weltweit weitere 16 Werke Elektroautos produzieren, sagte Vorstandschef Matthias Müller bei der Jahrespressekonferenz in Berlin. 

In Baunatal entsteht mit der Plattform MEB ein wesentliches Bauteil für die nächste Generation von reinen Elektroautos. Müller machte allerdings keinen Hehl daraus, dass das Kundeninteresse für Elektrofahrzeuge noch mäßig ist. „Wir spüren, dass die Nachfrage wächst. Die Marke VW hat deshalb die Produktion des E-Golf in Dresden gerade verdoppelt. Absolut gesehen sind die Stückzahlen aber noch bescheiden.“ Die Gläserne Manufaktur in Dresden liefert ab sofort täglich 72 statt wie bislang 36 E-Golf aus. 

Motoren aus Baunatal

Die Motoren kommen aus Baunatal. Auch die Händler in der Region verzeichnen eine steigende Nachfrage nach der umweltfreundlichen Technik. Ängste in der Baunataler Belegschaft, dass mit dem Umstieg auf E-Autos Arbeitsplätze in den klassischen Produktionsbereichen wegfallen könnten, zerstreute Müller. Er gehe davon aus, dass mit neuen Mobilitätskonzepten mehr Arbeit entstehen wird, sagte er. 

So will VW unbedingt beim Thema autonomes Fahren ganz vorne mit dabei sein. Nicht ohne Grund hatte der Konzern gestern im Forum „Drive“ den selbst fahrenden Sedric als einziges Fahrzeug ausgestellt. Als Schulbus-Variante holt das gelbe Mobil künftig vier Kinder von zu Hause ab und bringt sie in die Schule. Auf großen Bildschirmen auf der Vorderseite des Autos können sie derweil spielen und kleine Schulaufgaben erledigen

Die Nachfrage nach E-Autos wächst. „Die Marke VW hat daher die Produktion des E-Golf in Dresden gerade verdoppelt. Absolut gesehen sind die Stückzahlen noch bescheiden“, sagte Müller. „Das wird sich spätestens dann ändern, wenn die ersten Modelle der nächsten E-Generation auf den Markt kommen.“ 

Am Dienstag legte der Volkswagen-Konzern in Berlin die detaillierten Ergebnisse des vergangenen Jahres sowie den Geschäftsbericht für 2017 vor: Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2017 von 217,3 Milliarden Euro auf 230,68 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von 5,4 auf 11,63 Milliarden Euro. Weltweit wurden 10,77 (10,39) Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.

Das Bild zeigt das Zukunftsmodell Sedric, das als Schulbus die Kinder ohne Fahrer – also autonom – zur Schule bringen soll.

Die Eckdaten zum vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits im Februar veröffentlicht. Mit unterm Strich 11,4 Milliarden Euro fiel demnach der auf die Aktionäre entfallende Gewinn nicht nur mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Gleichzeitig war es ein größerer Überschuss als 2014 - dem letzten vollen Jahr vor dem Beginn des Dieselskandals.

Das sind die Spitzenverdiener:

Spitzengehälter: Für 2017 kassieren die Vorstände mit 50,3 Millionen Euro deutlich mehr Gehalt als ein Jahr zuvor (39,5 Mio.) Die Bezüge setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: erfolgsabhängige und -unabhängige Bestandteile sowie ein Gehaltsanteil „mit langfristiger Anreizwirkung“. In Klammern steht das Gehalt des Vorjahres.

Vorstandschef Matthias Müller 10,14 (7,25) Millionen Euro

Personalvorstand Karlheinz Blessing 5,19 (3,34) Mio. Euro

VW-Markenvorstand Herbert Diess 5,03 (3,22) Mio. Euro

Vorstand Beschaffung Francisco J. Garcia Sanz 5,0 (3,21) Mio. Euro

China-Vorstand Jochem Heizmann 5,13 (3,15) Mio. Euro

Nutzfahrzeuge-Vorstand

Andreas Renschler 5,02 (3,22) Mio. Euro

Audi-Vorstand Rupert Stadler 5,0 (3,0) Mio. Euro

Hiltrud Dorothea Werner (Corporate Governance seit 1.2.2017) 4,62 Mio. Euro

Finanzvorstand Frank Witter 5,04 (3,03) Mio. Euro

Christine Hohmann-Dennhard (1.1.2016 bis 31.1.2017) 10,05 Mio. Euro.

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