VW-Werk in Baunatal: Für 117 eine feste Stelle

Blick in eine sicherere Zukunft: Das ist die Hälfte der insgesamt 117 Leiharbeiter, die gestern ihren Dienst auf nun festen Stellen im Baunataler VW-Werk begannen. Die andere Hälfte arbeitete zu anderen Schichtzeiten. Fotos: Kühling

Baunatal. „Meine Wünsche sind in Erfüllung gegangen“, sagt Barbara Borytzka sichtlich zufrieden. Die 44-Jährige aus Allendorf-Eder bekommt bei VW eine feste Stelle im Getriebebau. Zuvor war sie im Baunataler VW-Werk als Leiharbeiterin beschäftigt. Borytzkas Vertrag wäre jetzt ausgelaufen.

Für 117 Leiharbeiter war am Freitag das Kapitel von Ungewissheit und unsicherem Blick in die Zukunft beendet. Sie wurden im Besucherdienst des VW-Werkes als neue Mitarbeiter mit festem Arbeitsplatz begrüßt. Immerhin ist die Fabrik derzeit richtig gut ausgelastet. In Teilbereichen des Getriebebaus beispielsweise werden neue Rekorde aufgestellt.

Barbara Borytzka hat einen langen Weg aus Zeitarbeitsverträgen - etwa beim Heiztechnikhersteller Viessmann - und Arbeitslosigkeit hinter sich. Jetzt nehme sie die 80 Kilometer Anfahrt täglich von ihrem Wohnort zu VW gern in Kauf, sagt sie. „Ich habe extra eine Umschulung gemacht, um hier zu arbeiten.“ Die finanzielle Absicherung spielt für die 44-Jährige eine entscheidende Rolle. Eine von zwei Töchtern ihrer Familie studiere beispielsweise schon, berichtet Borytzka.

Etappenweise reagierte der VW-Konzern in den vergangenen Monaten auf die gute Auslastung der Fabrik. Zuletzt hatte der Vorstand im vorigen Sommer 1300 Verträge von Leiharbeitern verlängert. Und: Im Zeitraum von Oktober 2012 bis September 2013 waren schon einmal 568 Beschäftigte der Zeitarbeitsfirma WOB AG in feste Jobs übernommen worden. Insgesamt gibt es am Standort Baunatal derzeit 1700 Leiharbeiter in verschiedenen Bereichen der Produktion.

Sezgin Akilmak hat eine berufliche Vorgeschichte wie viele Leiharbeiter. Er hat ebenfalls vorübergehend bei Viessmann gearbeitet. Nach der Ausbildung als Anlagenelektroniker sei er dort nicht übernommen worden, sagt der 35-Jährige. Bei dem folgenden Job beim Felgenhersteller Borbet in Medebach sei dann die Wirtschaftskrise dazwischengekommen. Akilmak wurde arbeitslos.

„Ich habe dann eine Bewerbung an die WOB AG geschrieben“, berichtet Akilmak vom ersten Kontakt zu VW. Nach drei Jahren als Leiharbeiter werde er nun auf eine feste Stelle übernommen.

Der 35-Jährige, der inzwischen von Allendorf-Eder nach Baunatal gezogen ist, ist ebenfalls richtig glücklich über die Zusage. Gefeiert habe er allerdings noch nicht, verrät der Junggeselle. „Ich werde erst darauf anstoßen, wenn ich den Vertrag am Dienstag auch tatsächlich unterschrieben habe.“

Von Sven Kühling

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