Evangelisch-reformierte Kirche Ihringshausen feiert am Wochenende Jubiläum

Voller Leben mit hundert

Die Kirche im Dorfkern: Die historische Aufnahme entstand vor den Zerstörungen Zweiten Weltkrieges, denen der Bauernhof Becker (rechts) zum Opfer fiel. Repro: Sommerlade

Fuldatal. Hundert Jahre und voller Leben – unter diesem Motto feiert die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Ihringshausen am morgigen Sonntag, 28. August, ihren 100. Geburtstag. Zum besonderen Jubiläum wird ab 14 Uhr ein Gottesdienst gefeiert, in dem Dekanin Carmen Jelinek predigen wird. Neben Kaffee und Kuchen gibt es Präsentationen des Kinderchors, des Posaunenquartetts „Tiefes Blech“ sowie Darbietungen des Duos Welkin.

Als besonderen Höhepunkt haben die drei zuständigen Pfarrer Detlef und Verena Küllmer sowie Andrea Krügler eine Fotoausstellung unter dem Motto „Hundert Jahre – Hundert Fotos“ zusammengestellt. „Diese bietet einen interessanten Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte Ihringshäuser Kirchengeschichte“, so Krügler.

Teilweise seien einige Menschen erstaunt über den für Kirchengemeinden vergleichsweise jungen Geburtstag gewesen. „Warum erst hundert Jahre“, hätten manche gefragt und darauf verwiesen, dass es die Kirchengemeinde Ihringshausen doch schon viel länger gäbe. „Das ist richtig, zur selbstständigen Pfarrei Ihringshausen kam es allerdings erst am 1. Oktober 1911“, erklärt die Theologin.

Etwa 900 Jahre habe es gedauert, bis aus der ehemaligen Gemeinde des Kirchspiels Wolfsanger eine eigenständige Pfarrei wurde. „Die Ihringshäuser haben schon viel früher dafür gekämpft.“ So hätten sie sich 1582 erstmals geweigert, den Gottesdienst in Wolfsanger zu besuchen.

Ihringshausen wurde ab diesem Zeitpunkt Wolfsangers Filiale mit eigenem Gottesdienst und erst im Jahr 1911 endete mit der eigenständigen Pfarrei die seelsorgerische Betreuung durch Wolfsanger. Die Erleichterung der Ihringshäuser Christen ist in der Chronik nachzulesen: „Damit war endlich das Ziel erreicht, das so lange als erstrebenswert vor allen Augen geschwebt hatte.“

Ein Jahr nach der Gründung wurden die Kleinkinderschule und der Kindergottesdienst mit 120 teilnehmenden Kindern ins Leben gerufen. Während des Ersten Weltkriegs wurden Teile der Kirche für Heereszwecke verkauft, im Zweiten Weltkrieg brannten nach einem Großangriff am Pfarrhof die Gehöfte ab.

Wiederaufbau

Nach Kriegsende erfolgte auch im kirchlichen Bereich der Wiederaufbau. Kirchliche Organisationen wie Posaunenbläser und Frauenhilfe wurden neu aufgestellt. Im Herbst 1961 wurden Planungen zur Renovierung und Erweiterung der Kirche bekannt gegeben. Zwei Jahre später erfolgten die Abbrucharbeiten an der alten Kirche, Gottesdienste fanden zu der Zeit in der Friedhofshalle statt. 1964 erfolgte die Einweihung der renovierten Kirche durch Propst Geß.

1983 entschied sich der damalige Kirchenvorstand für den achteckigen Gemeindehaus-Anbau an die Kirche, der 1987 ausgeführt wurde. Dank großzügiger Spenden wurde 2007 ein neuer Taufstein angeschafft, zudem wurden Ende des vergangenen Jahres neue Lautsprecheranlagen für Kirche und Gemeindehaus installiert.

„All diese Erinnerungen sind uns wichtig, denn sie bringen die Lebendigkeit der Gemeinde zum Ausdruck“, so Krügler. „Das wollen wir bei unserer Jubiläumsveranstaltung besonders feiern.“

Von Martina Sommerlade

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