In den nächsten fünf Jahren

VW: Konzern investiert 1,8 Milliarden Euro in Standort Baunatal

Baunatal. Der Volkswagenkonzern investiert in den nächsten fünf Jahren 1,8 Milliarden Euro in den Standort Baunatal. Das berichtete der neue Betriebsratsvorsitzende Carsten Bätzold anlässlich einer Betriebsversammlung am Dienstag vor 6000 Beschäftigten im VW-Werk.

Im kommenden Jahr sollen allein 550 Millionen Euro ins Werk Kassel in Baunatal fließen. Vor einer Woche hatte Aufsichtsratsmitglied Jürgen Stumpf noch von einer Milliarde Euro für fünf Jahre gesprochen.

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Die Investitionen gehen laut Betriebsrat und Werkmanagement weit über den normalen Rahmen zur Unterhaltung des Werkes hinaus. Der überwiegende Teil fließe in neue Produkte, sagte Personalchef Eric Reuting. Dreh- und Angelpunkt wird die Halle 6. Dort werden demnächst die Elektroantriebe der Modelle Up (ab Frühjahr) und Golf (ab Herbst) gebaut. Außerdem werden Produktionslinien für das Hybridgetriebe DQ400e sowie das Direktschaltgetriebe für Audi DL382 installiert. Wieviel Geld VW im Vergeleich zu den angekündigten Investitionen in den vergangenen Jahren in den Standort Baunatal steckte, darüber hüllt sich die Leitung in Schweigen. 420 Millionen seien es 2012 gewesen, sagte ein Sprecher lediglich.

Stellvertretende Betriebsratchefin Ulrike Jakob und Eric Reuting gehen davon aus, dass die Produktion in der Halle 6 insgesamt 1200 Stellen neu geschaffen werden. „Wir beginnen mit 70 im Februar. Ende 2014 werden es 1200 sein“, sagte der Personalchef.

Artikel aktualisiert um 18.15 Uhr.

Laut Reuting wird auch die Forschung für den Elektroantrieb maßgeblich in Baunatal stattfinden. Allerdings sei eine Weiterentwicklung nur gemeinsam mit Wolfsburg möglich. Einen Lichtblick gab es für 1700 Leiharbeiter. Laut Bätzold wurden die Verträge bis zum Sommer verlängert.

Trotz der positiven Entwicklung in Baunatal ist die Talsohle der Absatzkrise in Westeuropa noch nicht erreicht. Für einige VW-Standorte sowie für einige Abteilungen in Baunatal – etwa bei den Handschaltgetrieben – gibt es Schließtage, an denen keine Produktion läuft. Überlegt werde, so Bätzold, ob nicht Leiharbeiter aus anderen Werken am nordhessischen Standort übernommen werden.

Während der Versammlung wurden unter großem Applaus der bisherige Betriebsratschef Jürgen Stumpf sowie dessen Stellvertreterin Renate Müller verabschiedet. Passend sang die Band Extrabreit „Für euch soll’s rote Rosen regnen“.

Von Sven Kühling

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