Brandgefahr wächst mit zunehmender Trockenheit – Experten appellieren an Vernunft von Besuchern

Vorsicht mit Feuer im Wald

Nach einem Waldbrand bei Schmillinghausen: Der Waldboden wird gründlich gesäubert, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Um Bränden vorzubeugen, genügen meist schon kleinere Vorsichtsmaßnahmen. Archivfoto: nh 

Kreis Kassel. Aufgrund der anhaltenden sehr sommerlichen Witterung und des relativ geringen Regens appelliert das hessische Umweltministerium zu Vorsicht beim Grillen und bei Aufenthalten in Wäldern.

„Immer wieder ist der leichtfertige Umgang mit Feuer an Grillstationen und das Hinterlassen von Glasscherben die Ursache für Feuer“, sagt Jörg van der Heide von Hessenforst. So wie am vergangenen Donnerstag, als eine Zigarette einen Brand unweit des Michelkopfsees im Stiftswald zwischen Helsa und Oberkaufungen ausgelöst hatte.

Wenn es brennt, dann zumeist an Stellen, an denen sich viele Menschen versammeln und die deshalb für die Feuerwehr meist gut erreichbar sind, weiß van der Heide.

Für die Rettungskräfte sind bei der Orientierung die genauen Ortsangaben enorm wichtig, um rasch mit der Brandbekämpfung beginnen zu können. Hilfreich sind die im Naturpark Meißner – Kaufunger Wald eingeführten Rettungspunkte. Diese befinden sich meist an Zufahrten und an Kreuzungen in den Waldgebieten. Ist ein Brand erst einmal ausgebrochen, können zusätzliche Faktoren den weiteren Verlauf des Feuers verstärken. Die größte Gefahr geht dabei vom Wind aus. Dabei spielen Windrichtung und -stärke die größte Rolle. Sie beeinflussen den Funkenflug, welcher trockenes Gras an einer anderen Stelle entzünden kann. Wind versorgt das Feuer mit zusätzlichem Sauerstoff und treibt die Flammen vor sich her.

„Sogenannte Feuerwalzen, die das Feuer durch den Wind wie eine Walze vor sich hertragen und damit große Flächen in Brand setzen, sind in Hessen allerdings sehr unwahrscheinlich“, sagt van der Heide. In diesem Jahr hat bisher lediglich ein Hektar Wald gebrannt. „Bei einer Waldfläche von 840 000 Hektar in Hessen ist das glücklicherweise wenig“, so der Abteilungsleiter von Hessenforst. Das liege auch an der Sensibilisierung für das Thema bei den Menschen. Generell handele die Bevölkerung verantwortungsbewusst.

Auch die Vegetation beeinflusst die Brandwahrscheinlichkeit. Harz- und ölreiche Kiefern wirken als Brandbeschleuniger. Außerdem sorgten sie mit ihrer Rinde für zusätzliches Brennmaterial am Waldboden. Durch die lichten Kronen sei das unter ihnen wachsende Gras besonders trocken und ebenfalls leicht entzündbar.

In Deutschland wird die Gefahr für Waldbrände nach einem Waldbrandindex ermittelt. Dieser reicht von Stufe eins bis fünf. Derzeit ist noch keine Gefahrenstufe ausgerufen. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach (DWD) unterhält auf seiner Internetseite eine Karte, auf der die aktuellen Gefahrenlagen dargestellt werden. www.dwd.de

Von Diana Surina

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