Gesamtschule Kaufungen hat europaweites Antirassismus-Gütesiegel erhalten

Vorurteile ohne Chancen

Stolz auf die Auszeichnung: Marco Schlotzhauer (stellvertretender Schulsprecher, unten rechts), kämpft mit Schulleiter Erhard Zammert, Huskies-Geschäftsführer, Stefan Traut, Vebindungslehrer Hagen Polidori, Schulsprecher Julian Große, Hazal Welke (Schüler-SV), Gabi Batz (Vorsitzende des Fördervereins), Yannik Peter, Ulrike Cramer, Daniel Steinhardt, Till Schlosser (alle Schüler SV) und Huskies-Spieler Sven Valenti (unten links) gegen Rassismus. Foto:  Dilling

Kaufungen. Hazal Welke weiß, was es heißt, wegen eines ausländischen Vornamens dumm angeredet zu werden. In ihren Schulalltag ist das der Schülerin, die einen kurdischen Vater hat, schon passiert. Doch gegen solche Diskriminierung wegen der Herkunft kann man etwas tun.

Das haben Hazal und eine Reihe von Mitstreitern der Schülervertretung (SV) der Gesamtschule Kaufungen bewiesen. Die Schule ist nun als 39. Schule in Hessen mit dem Gütesiegel der europaweiten Initiative „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. In ganz Europa sind es inzwischen mehr als 11 000 Schulen, die eine entsprechende Urkunde erhalten haben.

Vor zwei Jahren haben Schüler der IGS begonnen, die Weichen für eine Teilnahme an der Antirassismus-Initiative zu stellen. Damals habe es dort auch Probleme zwischen Schülern unterschiedlicher kultureller Herkunft und sogar Handgreiflichkeiten gegeben, erinnert sich der Verbindungslehrer Hagen Polidori.

Die Schüler gewannen die Eishockey-Cracks der Kasseler Huskies, für die mit Niels Hilgenberg auch ein ehemaliger IGS-Pennäler spielt, für ihr Antirassismus-Projekt als Paten. Diese unterstützten die Schüler mit Autogrammstunden und der Teilnahme an einer Podiumsdiskussion im Frühsommer, an der sich auch Schüler und Lehrer beteiligten. Daneben organisierten Schüler der verschiedenen Klassen jahrgangsübergreifend Aktionen. Sie verkauften beispielsweise Hotdogs zum Sonderpreis nur an Schüler mit bestimmten äußeren Merkmalen, um die Folgen von Diskriminierung anschaulich zu machen. Außerdem gab es ein Theaterstück, Ausstellungen mit Collagen und Fotos. Mit der Verleihung des Antirassismus-Prädikats hört die Arbeit der Schülerselbstverwaltung nicht auf.

Jedes Jahr soll es nun einen solchen Projekttag geben. Das Projekt habe der SV größeren Zulauf von - vor allem jüngeren - Schülern gebracht, die sich dafür engagieren wollen. Mit den Huskies wollen die Schüler Kontakt halten. Die hätten den Initiatoren Freikarten für die neue Saison und eine Einladung zu einem Spiel für eine ganze Klasse in Aussicht gestellt, sagt Verbindungslehrer Polidori. (pdi)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.