VW-Beschäftigte wollen 5,5 Prozent mehr Lohn

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VW-Beschäftigte wollen mehr Lohn

Baunatal. 5,5 Prozent mehr Lohn - das ist die Forderung der Beschäftigten im Baunataler VW-Werk für die laufenden Tarifverhandlungen. 4500 Mitarbeiter (Angaben des Veranstalters) trafen sich am Dienstagvormittag zu einer Kundgebung vor dem Haupttor in Baunatal.

Hintergrund

Zu der Höhe der aktuellen Lohnzahlungen an die Mitarbeiter macht VW in Baunatal offiziell keine Angaben. Dem Vernehmen nach verdient ein Maschinenbediener knapp über 3000 Euro brutto im Monat. Die Höhe der Lohnzahlungen sind in jeder Altersstufe gleich. Bei Erfolg wird zudem ein Bonus ausgezahlt, 2012 waren das 7200 Euro. (sok)

Dort machten sie lautstark ihre Ziele zu einem neuen Haustarifvertrag deutlich. Nach der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai waren die Gespräche zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft ergebnislos abgebrochen worden.

Der Haustarifvertrag für rund 97.000 VW-Beschäftigten an westdeutschen Standorten und 5000 Mitarbeiter der Financial Services läuft Ende Juni aus. 9,3 Millionen verkaufte Autos im vergangenen Jahr, zwölf Milliarden Euro operativer Gewinn – mit diesen Eckdaten kennzeichnete Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold die Lage bei VW.

„Es ist eure Arbeit, die Volkswagen so erfolgreich macht“, sagte er bei der von Betriebsrat und IG Metall organisierten Veranstaltung. Gemeinsam kämpften die Beschäftigten nun für eine Beteiligung an dem Rekordergebnis.

„Wir hoffen auf einen baldigen Abschluss“, sagte Eric Reuting, Personalchef bei VW in Baunatal, auf Anfrage der HNA zum Stand der Gespräche. Reuting ist Mitglied der Verhandlungskommission auf Arbeitgeberseite.

Die Übernahme von Leiharbeitern in feste VW-Verträge – darum drehte sich die zweite große Forderung von Betriebsratschef Carsten Bätzold. 1800 Leiharbeiter gibt es derzeit unter den insgesamt 16.000 Beschäftigten in Baunatal. Bei 1300 laufen die Zeitverträge Ende Juni aus.

Bätzold machte deutlich, dass diese Verträge zunächst bis Ende des Jahres verlängert werden müssten. Er forderte die Konzernspitze zudem dazu auf, in Verhandlungen für eine Übernahme der Betroffenen zu treten.

Personalchef Eric Reuting weist zumindest die erste Forderung der Arbeitnehmervertretung nicht zurück. „Wir sind mit dem Betriebsrat auf einem guten Weg bei der Verlängerung der Verträge für die Zeitarbeitnehmer“, betonte er.

Zur möglichen Eingliederung der Frauen und Männer in den VW-Tarif sagte er allerdings nichts. Unterstützt wurde Bätzold vom Ersten Bevollmächtigten der IG Metall, Oliver Dietzel. „Ihr gebt die einzig richtige Antwort auf das Nicht-Angebot der Arbeitgeber“, sagte er in Richtung der Beschäftigten vor dem VW-Tor. Die Forderung von 5,5 Prozent mehr Lohn sei richtig, sagte Dietzel. „Unsere Forderung ist bezahlbar.“

Von Sven Kühling

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