VW-Betriebsrat: „Geld für neue Getriebe bestätigt“

+
Investition in den Getriebebau: Diese Riesenpresse wurde kürzlich in der Halle 2 des Baunataler VW-Werks aufgestellt. Sie formt Teile für ein Doppelkupplungsgetriebe für Audi.

Baunatal. Sechs bis acht neu entwickelte Direktschaltgetriebe und Getriebe für Elektro- und Hybridfahrzeuge werden in den nächsten Jahren im VW-Werk Kassel in Baunatal gefertigt. Das bestätigte Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage.

Damit zerstreute Bätzold, der vergangene Woche an einer vorbereitenden Arbeitsgruppe für die Sitzung des VW-Aufsichtsrates in Wolfsburg teilnahm, letzte Befürchtungen, dass der Konzern bei Investitionen in neue Technik am nordhessischen Standort sparen könnte.

Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn hatte in der vergangenen Woche grundsätzlich zum Sparen aufgerufen. Derzeit seien Kostendisziplin und Einsparungen unvermeidlich, sagte er im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung.

Alle Investitionsvorhaben seien bestätigt worden. „Die Gelder sind freigegeben“, sagte Bätzold zu den Zukunftsplänen der Konzernspitze für das Werk in Baunatal. Es bleibe bei dem Paket von 1,8 Milliarden Euro Gesamtinvestition bis zum Jahr 2018.

Besonders wichtig ist für den größten Getriebestandort des Autobauers dabei die Entwicklung neuer Getriebevarianten. Auf dem Vormarsch sind seit Jahren die Direktschaltgetriebe. Laut Bätzold werden alle Nachfolger dieses Sektors in Baunatal gebaut. Das seien beispielsweise ein Längsgetriebe für Audi und neue Varianten des DQ 250 und des DQ 500. Der Betriebsratschef rechnet außerdem die beiden Elektrogetriebe für den E-Up und den E-Golf sowie ein Getriebe für einen Hybridmotor von VW zu den Neuentwicklungen dazu. Für den Up hat die Serienproduktion bereits begonnen. Der Golf soll Anfang 2014 folgen.

Für das Werk Kassel verbreitet der Betriebsratsvorsitzende Optimismus. „Die Beschäftigung ist auf lange Zeit gesichert“, sagte er. Bis Ende Februar werde man beispielsweise von den derzeit 1700 Leiharbeitern weitere 111 in feste Arbeitsverhältnisse nach dem Haustarif von VW übernehmen können. Ziel sei natürlich, weitere Leiharbeiter auf feste Stellen zu bekommen, betont Bätzold. Insgesamt arbeiten in Baunatal 16.000 Frauen und Männer.

Gute Nachrichten gibt es aus den Reihen des Betriebsrates nicht nur für die Getriebebauer. Auch andere Fertigungsbereiche können laut Bätzold wie gewünscht planen. Beispielsweise seien Investitionen im Magnesiumdruckguss auf den Weg gebracht worden. Auch sollen neue Abgasanlagen nach neuen EU-Normen in Baunatal gebaut werden. Nichts von diesen Vorhaben sei vom Vorstand rausgekürzt worden. Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker wollte sich - wie zu dieser Thematik gewohnt - nicht zu den Ergebnissen der Aufsichtsratssituzng äußern.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.