VW-Mitarbeiter erfolgreich

VW-Mitarbeiter Matthias Behr ist Bundessieger der Gießereimechaniker

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Aus der Kelle in die Form: Matthias Behr gießt 700 Grad heißes Aluminium zu einer Massel, einem Metallbarren. Daraus entstehen später beispielsweise Halterungen wie Rohr- oder Auspuffschellen.

Baunatal. „Als ich das erste Mal flüssiges Metall gesehen habe, dachte ich: Das macht mir Spaß“, sagt Matthias Behr. Nun ist der 26-jährige VW-Mitarbeiter aus dem Fritzlarer Stadtteil Geismar Bundessieger der Auszubildenden als Gießereimechaniker geworden.

Unter 140 Azubis aus ganz Deutschland, die bei den Prüfungen 2012 die besten Leistungen als Gießereimechaniker der Fachrichtung Druck- und Kokillenguss erbrachten, ist „Matze“, wie ihn viele nennen, nun die Nummer eins. Dafür werden ihm im Dezember in Berlin Moderatorin Barbara Schöneberger und Familienministerin Kristina Schröder die Hand schütteln.

Der Fritzlarer berichtet selbstbewusst und dennoch bescheiden von seiner Lehrzeit, die VW aufgrund guter Leistungen auf knapp drei Jahre verkürzte. „Wir waren ein guter Jahrgang“, sagt er – einige seiner Kollegen hätten ebenfalls hervorragende Leistungen vorzuweisen. Wie reagieren die auf seinen Erfolg? „Die freuen sich alle für mich“, sagt Matthias Behr.

Post aus Berlin

Der Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel hatte den jungen Mann, der nun als Anlagenführer bei VW in Baunatal arbeitet, für den nationalen Wettbewerb meldet. Denn Behrs Ergebnisse stachen heraus: 99 von 100 Prozent in der Praxis, 97 Prozent in der Theorie, Notenschnitt 1,0 in der Schule. Irgendwann kam dann Post, „aber nicht aus Kassel, sondern aus Berlin“, erzählt Behr. Es war die frohe Botschaft des Bundessiegs.

Kurzclip: Matthias Behr über seine Arbeit

„Öfter mal das Buch zu Hand nehmen und es nicht so schnell weglegen“, in der Fachliteratur und im Internet recherchieren, so beschreibt der 26-Jährige sein Erfolgsrezept. Kostet ihn das Mühe? Nein, es falle leicht, sofern man sich dafür interessiere.

In der Ausbildungswerkstatt der Gießerei führt Behr vor, was zu seinem Beruf gehört. Aus einem Kessel schöpft er mit einer Kelle auf 700 Grad erhitztes Aluminium in eine Form, Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn, die Temperatur des heißen Breis fordert Tribut. Der 26-Jährige gießt eine Massel, einen Metallbarren, aus dem später eine Halterung werden könnte, zum Beispiel eine Aufpuffschelle.

An seinem aktuellen Arbeitsplatz ist Behr Anlagenführer einer Druckgussmaschine. Zumeist werden dort Kupplungs- und Getriebegehäuse hergestellt, zeitweise auch Karosserieteile. Alu und Magnesium sind die Materialien.

Studium in Kassel

Bis 2013 will Matthias Behr zunächst weiterarbeiten. Danach möchte er in Kassel Maschinenbau studieren mit dem festen Ziel, danach als Ingenieur zu VW zurückzukehren. Einer seiner Dozenten an der Uni könnte Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker sein. Denn der lehrt in Kassel Behrs angestrebte Fachrichtung Gießereitechnik.

Von Ingrid Jünemann

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