VW-Parkplatz: Erneut teurer Passat gestohlen

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Nachgestellt: Polizeibeamte zeigten vor einiger Zeit am VW-Werk, wie professionelle Täter vorgehen.

Baunatal. Schon wieder ein hochwertiges Auto vom VW-Parkplatz in Baunatal gestohlen: Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch entwendeten unbekannte Täter am Donnerstag einen VW Passat Kombi vom Parkplatz 2 auf der Nordseite. Wert: rund 55.000 Euro.

Seit Anfang Januar kamen damit sieben teure Fahrzeuge von dem Areal des Autobauers weg. Alle tagsüber.

Erst vor zwei Wochen war ebenfalls ein Passat Kombi von dem Gelände gestohlen worden. Den Wert des Autos gab die Polizei mit 60.000 Euro an.

Nach mehreren Diebstählen hatte das Werkmanagement im April eine umfassende Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes angedacht. Auch die Installation einer Videoüberwachung sollte geprüft werden.

Passiert ist in dieser Sache allerdings bisher wenig. Der Einsatz von Videotechnik sei noch nicht aus dem Rennen, sagt Personalchef Eric Reuting zwar. „Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen.“

Viele fast neuwertige Fahrzeuge: Vom VW-Parkplatz wurden allein in diesem Jahr bisher sieben hochwertige Autos gestohlen. Keines der Fahrzeuge ist bisher wieder aufgetaucht. Die Täter schlugen immer tagsüber zu.

Die Diskussion ist wohl ins Stocken geraten, weil Mitarbeiter und Betriebsrat Einwände gegen die Installation von Kameras haben. Datenschutzbestimmungen nennt Arbeitnehmervertreter Harald Siebenberg als Hauptgrund gegen eine Videoüberwachung. Dahinter stehen Bedenken der Beschäftigten, dass mit Videokameras festgestellt werden kann, wann wer zur Arbeit kommt und wieder geht. Personalchef Eric Reuting bringt es auf den Punkt: „Wir wollen die Mitarbeiter nicht ständiger Beobachtung aussetzen.“

Die Polizei befürwortet hingegen den Einsatz von Kameratechnik. „Wir haben eine Videoüberwachung empfohlen“, sagt Sprecher Wolfgang Jungnitsch nach Gesprächen mit dem Autobauer. Speziell an den Zufahrten sei das sinnvoll. Die Aufzeichnungen könnten helfen, Täter zu ermitteln.

Peter Nückel, Chef der VW-Werksicherheit, setzt eher auf die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter, die ihre Fahrzeuge auf den insgesamt 8000 Parkplätzen in Baunatal abstellen. „Die Kollegen, die die Augen offen halten, sind besser als jede Videokamera.“

Die Polizei hat indes noch keine heiße Spur auf die Täter. „Die Kollegen sind mit den Ermittlungen beschäftigt“, sagt Jungnitsch. Hinweise hatte es nach einem Fall im April auf einen anthrazitfarbenen Skoda Octavio Kombi mit Bielefelder Kennzeichen gegeben, mit dem Täter möglicherweise unterwegs waren. In dieser Sache seien zahlreiche Fahrzeughalter überprüft worden, berichtet der Sprecher.

Das VW-Management verweist bei der weiteren Debatte um den Einsatz von Kameras zudem auf die große Zahl der Fahrzeugbewegungen auf dem Gelände. 1,3 Millionen Fahrten von Mitarbeitern habe es allein in den ersten fünf Monaten gegeben, rechnet Reuting vor. Demgegenüber sei die Zahl der Diebstähle nicht besonders hoch.

Von Sven Kühling

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