Chancen für Leiharbeiter stehen gut

Betriebsversammlung im Baunataler VW-Werk: Viel Arbeit sorgt für sichere Jobs

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Volles Haus: Rund 5000 VW-Beschäftigte verfolgten die Stellungnahmen von Betriebsrat und Werkmanagement während der Betriebsversammlung am Dienstag in der Halle.

Baunatal. Die 16.600 Beschäftigten im VW-Werk Kassel in Baunatal können beruhigt in die Ferien gehen. Die Beschäftigung am Standort ist gesichert.

Keiner brauche sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz zu machen, sagte Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Jakob nach der Betriebsversammlung am Dienstag in der Halle 2. Rund 5000 Mitarbeiter nahmen daran teil.

Leiharbeiter

So stehen die Chancen weiterhin gut für eine Übernahme von rund 130 Leiharbeitern, deren Verträge im zweiten Halbjahr nach einer Laufzeit von 36 Monaten auslaufen. Einzelheiten dazu wollen der Betriebsrat und das Werkmanagement allerdings erst nach der Sommerpause verkünden.

Jobs für junge Auslerner

Auslastungssituation, Umsatz und Ergebnis an dem nordhessischen Standort seien richtig gut, betonte Werkleiter Thorsten Jablonski. Deshalb habe man auch beim jüngsten Standortsymposium vom Vorstand eine sehr positive Rückmeldung bekommen. Weil es gegenüber anderen VW-Standorten mehr Arbeit gibt, kann die Baunataler Fabrik jetzt 29 fertige Auszubildende vom Werk Braunschweig befristet übernehmen. Nach noch unbestätigten Informationen der HNA sollen bis zum Jahresende insgesamt 100 jungen Kollegen von anderen Standorten nach Nordhessen kommen.

Auslastung

Das Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal ist Konzern-Lieferant. Mit einer Vielzahl von Produkten – Getrieben, Abgasanlagen, Karosserieteilen – beliefert das Werk nahezu alle Marken. Dementsprechend hoch ist die Auslastung. Über das gesamte Werk werden mittlerweile drei Schichten in den einzelnen Abteilungen, in einigen sogar 20 Schichten in der Woche gearbeitet – das heißt: An sechs Tagen drei und am Sonntag weitere zwei Schichten, sagt Werkleiter Thorsten Jablonski.

Die Nachfrage nach dem Audi-Getriebe DL 382 und das DQ 500, das etwa im Tiguan, Seat Ateca und Skoda Kodiaq die Motorleistung auf die Straße bringt, sorgen dafür, dass der Standort genügend Arbeit habe, so Jablonski.

„Wir nehmen unsere Verantwortung als größter Komponentenstandort ernst, die Kostenziele zu erreichen und etablieren uns zunehmend als zentraler Treiber der E-Mobilitätsstrategie unseres Konzerns als Leitwerk für Elektroantriebe“, sagte Jablonski. Er sei zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr die Fabrikkostenziele erreicht werden, sagte er. Im vergangenen Jahr lag die Produktivität des Werkes bei 7,5 Prozent, im laufenden Jahr soll dieser Wert ebenfalls erreicht werden.

Interessierter Blick: Das neue VW-Spitzenmodell Arteon wurde von vielen Mitarbeitern unter die Lupe genommen.

Abgasanlagen

Ende 2015, der Abgasskandal hatte gerade seinen Lauf genommen, war es fraglich, wie es mit der Abgasanlagenfertigung am Standort weitergehen sollte. Seinerzeit drängte der Betriebsrat auf den Erhalt der Abteilung – er sollte Recht behalten. Nach wie vor produzieren dort rund 600 Menschen, die „kleinen Chemiefabriken“ für die neuen Abgasanlagen.

Jährlich sind es rund 3,4 bis 3,5 Millionen Einheiten, sagte Jablonski. Bestückt wird damit rund ein Drittel aller Fahrzeuge, die der Konzern weltweit verkauft. Durch die erforderlichen Neuerungen sind die Abgasanlagen höherwertiger geworden. So sei es zwar in etwa die gleiche Stückzahl wie vor der Dieselkrise, aber der Personalaufwand sei trotz der neuen technischen Anforderungen nicht höher. Somit sei die Produktion am Standort wirtschaftlich, was letztlich Beschäftigung sichert, so Betriebsrat Carsten Bätzold.

Abgasskandal

Übrigens: Der VW-Abgasskandal ist im Baunataler Werk nicht mehr das große Thema. „Das hat heute keine Rolle gespielt“, berichtete Betriebsratschef Carsten Bätzold aus der Betriebsversammlung. „Das bewegt nicht mehr viele Menschen.“

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