Tippgemeinschaft im Getriebebau war erfolgreich

VW-Mitarbeiter kündigten nach Millionen-Gewinn im Lotto

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Lotto-Gewinn für Mitarbeiter im Getriebebau des VW-Werks in Baunatal: Mindestens zwei von drei Gewinnern kündigten daraufhin bei dem Autokonzern.

Baunatal. Es ist der große Traum vieler Lotto-Spieler: Nach einem Millionengewinn haben Mitarbeiter vom VW-Werk in Kassel ihre Kündigung eingereicht. 

Im VW-Werk in Baunatal freute sich eine Tippgemeinschaft über den Erfolg. Drei Beschäftigte derselben Abteilung im Getriebebau haben gemeinsam mehrere Millionen Euro gewonnen, mindestens zwei haben anschließend gekündigt.

Die Lotto-Millionäre sind dem Vernehmen nach alle über 50 Jahre alt. Zwei, so ist zu hören, haben VW bereits Ade gesagt. Bei dem Dritten ist die Entscheidung darüber nicht bekannt. „Das weiß ich nicht, ob dieser auch gekündigt hat“, sagt ein Insider.

Lottogewinner zeigen sich großzügig

Nach dem überraschenden Geldsegen zeigten sich die drei VWler großzügig und durchaus menschlich. Einem vierten Mitspieler aus der Abteilung, der kurz zuvor aus der Tippgemeinschaft ausgestiegen war, sollen die Millionäre einen höheren Betrag als Trostpflaster zugesagt haben. Die Rede ist von 100.000 Euro.

Dem Gerücht, dass die Abteilung in der Getriebefertigung durch die plötzliche Kündigung der Gewinner jetzt Probleme bekommen habe, tritt der Insider allerdings entgegen. Dass wegen des Weggangs der Leute dort nun alles zusammenbreche, sei nicht der Fall, sagt er.

Ob die Gewinner VW für immer den Rücken gekehrt haben, ist nicht bekannt. Das Personalwesen bei VW arbeitet nämlich manchmal mit einer Rückkehrklausel. „Wenn jemand auf Weltreise geht oder aus familiären Gründen vorübergehend eine Auszeit braucht, dann gibt es diese Möglichkeit“, erläutert ein weiterer Insider.

Tippen für Lotto nicht in der Arbeitszeit

Kann eigentlich ein Arbeitgeber über einen entsprechenden Arbeitsvertrag verhindern, dass eine Abteilung eine Tippgemeinschaft bildet und nach einem Millionen-Gewinn möglicherweise gemeinschaftlich kündigt? Wenn das Spiel im privaten Bereich organisiert werde, „dann ist das Privatsache“, sagt Jane Koch, Anwältin im Bereich Arbeitsrecht bei der Kasseler Kanzlei Westhelle. Das Tippen dürfe nur nicht während der Arbeitszeit geschehen, und es dürften keine Arbeitsgeräte wie Computer dafür verwendet werden.

Ausnahmen sind laut Koch etwa Tippspiele im Betrieb etwa zur Fußball-WM. „Da reicht es, wenn man das mit dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat vorher abstimmt.“

Das sagt Lotto Hessen

Wie hoch ist eigentlich der Anteil an Tippgemeinschaften? „Das ist nur sehr eingeschränkt überhaupt zu beantworten“, sagt Pressesprecherin Dorothee Hoffmann. 

„Zunächst: Lotto Hessen hält einen Service namens TeamTipp vor. Bei diesem Produkt kann ein Tipper schon bei der Abgabe des Spielscheines festlegen, wie viele anteilige Spielquittungen er erhalten möchte. Diese Spielquittungen berechtigen dann die Mitglieder der Tippgemeinschaft, individuell ihren anteiligen Gewinn einzulösen. Sind zum Beispiel zwölf Mitglieder in der Tippgemeinschaft (das ist die Maximalzahl beim Team-Tipp), kann man eben zwölf Team-Tipp-Quittungen erhalten“, erläutert die Sprecherin. 

„Im Schnitt liegt die Nutzung dieses Team-Tipp-Services bei einer Ziehung bei unter einem Prozent. Die deutliche Mehrheit tippt also allein für sich, wobei es – deshalb die Einschränkung zu Beginn – natürlich durchaus sein kann, dass jemand den Team- Tipp schlichtweg nicht kennt. Wir können allein die Nutzung des Team-Tipps messen.“ 

Es gab schon Lottomillionäre in Nordhessen

Im Jahr 2014 hatte schon einmal ein Mann aus dem Landkreis Kassel 1,72 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Er gewann mit den zahlen 14, 26, 28, 30, 33 und 38.

Fast 85 Millionen Euro hat im Sommer 2016 ein Mann aus Nordhessen gewonnen. Über ihn ist bis heute fast nichts bekannt. Er soll verheiratet, angestellt und kinderlos sein. Er knackte damals den Eurojackpot.

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