Werk Kassel in Baunatal

VW-Werkleiter Falko Rudolph zu Sparplänen: Viele Chancen für Verbesserung

Die Qualität im Blick: Werkleiter Falko Rudolph will die Produkte aus Baunatal verbessern und Kosten senken. Foto: privat/nh

Baunatal. Die von Vorstandsvorsitzendem Martin Winterkorn (67) angekündigten Sparpläne bei Volkswagen setzen sich auch im Werk Kassel in Baunatal fort. Werkleiter Falko Rudolph (49) spricht davon, dass am Standort ein Effizienzprogramm schon angelaufen sei.

Alles weist darauf hin, dass Rudolph Kosten kleinteilig reduzieren will. Parallel dazu soll die Qualität der Produkte - vom Direktschaltgetriebe bis zur Abgasanlage - steigen.

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„Unser Effizienzprogramm für die Marke Volkswagen ist im Werk Kassel gut angelaufen“, sagt er im Gespräch mit der HNA. „Wir haben bereits in allen Bereichen eine Vielzahl von Verbesserungschancen identifiziert.“ Einzelne Punkte seines Sparkonzeptes nennt der Werkleiter indes nicht. Rudolph sagt: „Es geht bei unserem Effizienzprogramm nicht nur um simples Sparen, sondern um eine intelligente, nachhaltige Erhöhung der Ertragskraft der Marke Volkswagen.“ Das Ganze geschehe natürlich in guter Übereinstimmung mit dem Betriebsrat.

Vorstandschef Winterkorn hatte bei ersten Andeutungen zu Sparplänen, die zu mehr Rendite bei der Kernmarke Volkswagen führen sollen, unter anderem bei den Leiharbeitern angesetzt. „Vielleicht werden wir weniger Leiharbeiter einsetzen“, sagte er.

Will sich konkreter im Dezember äußern: Betriebsrat Carsten Bätzold verweist auf die Betriebsversammlung. Foto: privat/nh 

Carsten Bätzold, Betriebsratschef in Baunatal, will sich für das kommende Jahr noch nicht positionieren. Bei 500 von insgesamt dann noch 1200 Leiharbeitern am nordhessischen Standort laufen 2015 die Verträge aus. Welche Forderungen und welche Prognose man dafür abgebe, erläutere der Betriebsrat bei der nächsten Betriebsversammlung am 9. Dezember, so Bätzold auf Anfrage. Natürlich hänge alles von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. „Zum jetzigen Zeitpunkt traue ich mir keine Prognose zu.“

Dem Vernehmen nach kommen im Baunataler Werk sämtliche Abteilungen auf den Prüfstand. In diesem Prozess steht das Management wohl aber noch ganz am Anfang. Konkrete Pläne für Kostensenkung gibt es daher kaum.

Anzeichen dafür, dass Falko Rudolph nach den Äußerungen des VW-Vorstandes nun mit harter Hand den Kostendruck erhöht, gibt es nicht. Vielmehr ist aus dem Werk zu hören, dass mögliche Schwächen in der Produktion einvernehmlich und konstruktiv behoben werden sollen. Auf den Prüfstand kommen dabei viele tausend kleine Handgriffe, die teils zu erheblichen Kosten in der Produktion führen.

Am Standort arbeiten derzeit 16 600 Frauen und Männer, 1800 davon sind Leiharbeiter.

Von Sven Kühling

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