Interview: Landkreis-Sprecher Kühlborn zur Beteiligung am Bau eines Museums

RP wacht über Geld für Grimms

Harald Kühlborn

Kreis Kassel. Mitte Januar dieses Jahres hat der Kulturausschuss des Kasseler Stadtparlaments grünes Licht für den Bau eines Grimm-Museums auf dem Weinberg gegeben. Um das mit 18,2 Millionen Euro bezifferte Projekt verwirklichen zu können, soll sich neben der Bundeskulturstiftung auch der Landkreis Kassel an dem Museumsbau beteiligen. Über Einzelheiten sprachen wir mit dem Pressesprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn.

Herr Kühlborn, der Landkreis Kassel versteht sich als Märchenland der Brüder Grimm. An einer zeitgemäßen Präsentation in dem neuen Museum dürfte ihm also gelegen sein. Wird sich der Kreis an den Baukosten beteiligen?

Harald Kühlborn: Ja, das haben wir vor. Voraussetzung ist allerdings - da es sich um eine freiwillige Ausgabe handelt -, dass das Regierungspräsidium zustimmt.

Nach der Entscheidung des Kasseler Kulturausschusses haben Sie gesagt, dass der Kreis „auf jeden Fall keine Million“ zahlen werde. Wie viel wird es am Ende sein?

Kühlborn: Der Betrag ist noch offen. Das wird auch Ergebnis der Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium sein.

Finanziell hat der Landkreis kaum Spielräume. Das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde wacht mit Argusaugen über sämtliche Ausgaben. Wie stehen die Chancen, dass das RP überhaupt grünes Licht für eine Beteiligung an einem neuen Grimm-Museum gibt?

Kühlborn: Wir hoffen, dass die Beteiligung am Museum genauso bewertet wird wie die Investitionen in den Flughafen Kassel-Calden und die Regiotram. Alle drei Vorhaben strahlen in die Region aus und werden vom Land in erheblichem Umfang finanziell unterstützt.

Wird der Landkreis Einfluss auf das Museumskonzept fordern, wenn er sich an der Finanzierung beteiligt?

Kühlborn: Wir arbeiten mit der Stadt Kassel im Bereich der Kultur gut zusammen und werden dies sicherlich auch im Bereich des Brüder-Grimm-Museums tun. Die Museumskonzeption ist aber die Aufgabe von Experten und nicht die der Politik.

Setzen Sie auf weitere Partner aus dem Kreis, etwa auf die Stadt Baunatal? Dorothea Viehmann, die den Grimms viele der Kinder- und Hausmärchen erzählte, stammt von der Knallhütte.

Kühlborn: Die Stadt Baunatal nutzt neben dem Thema Sport das Thema Märchen für ihre Außendarstellung. Da die Stadt der größte Umlagenzahler an den Landkreis ist, wäre sie bei einem Beitrag des Landkreises mit im Boot. Archivfoto: nh

Von Peter Ketteritzsch

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