Angehende Architekten stellten ihre Entwürfe für die künftige Gestaltung des Hauses Posen vor

Währungsreform für alle Sinne

Modell mit Glasturm: Sascha Hilbig (von links), Markus Heurung, Thomas Becker und Lothar Fiebig stellten ihr Modell mit dem markanten Anbau der Öffentlichkeit vor. Fotos: Sommerlade

Fuldatal. „Ursprünglich sollten lediglich ein paar Pläne erstellt werden. Doch aus diesem kleinen Auftrag wurde etwas ganz Großes.“ So begrüßte Bernd Niesel die Gäste des Informationsabends „Konzepte für das Haus Posen“.

100 Besucher waren ins Fuldataler Forum gekommen, um sich über die von Studierenden der Universität Kassel angefertigten Projektarbeiten zur künftigen Nutzung des Hauses Posen zu informieren.

Modell Dokuseum: Marina Ihle (links) und Nadezkda Dimitrova entwarfen das Dokuseum, in dem die Besucher die Währungsreform mit allen Sinnen erfahren.

Unter der Anleitung von Professor Alexander G. Eichenlaub hatten sich im vergangenen Semester elf Studierende des Fachbereichs Architektur nicht mit dem Anfertigen von Bauplänen begnügt, sondern sich im Rahmen der Projektarbeit intensiv mit dem Erarbeiten neuer Konzepte für das Währungsreform-Museum in der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten beschäftigt.

„Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Sie wurden mit viel Fleiß und Liebe zum Detail gefertigt“, lobte Museumsleiter Niesel das Engagement. „Schön ist außerdem, dass als Nebenprodukt der Arbeiten gleichzeitig das Konzept eines Studentendorfs in der gesamten Anlage entstanden ist.“ Begeistert vom Ideenreichtum seiner Studierenden zeigte sich Eichenlaub. „Die entstandenen Konzepte belegen eindrucksvoll, dass man diesen historischen Ort interessant gestalten kann.“

Dieser Auffassung waren auch Nadezkda Dimitrova und Marina Ihle. In dem von den beiden Studentinnen entworfenen „Dokuseum“ können Besucher die Atmosphäre rund um die Währungsreform 1948 hautnah erleben. „Die Gäste begeben sich beim Rundgang auf eine Entdeckungsreise mit allen Sinnen“, erläuterte Ihle.

Hinter Gitterstäben

Herzstück sei dabei das Dachgeschoss. Um die Stimmung der damaligen Zeit erfahrbar zu machen, entwickelten die Studentinnen kreative Ideen zur baulichen Veränderung des geschichtsträchtigen Orts: So sollen Gitterstäbe im Eingangsbereich den Eindruck vermitteln, eingesperrt zu sein. Zudem symbolisiert die Ansammlung zahlreicher geneigter Flächen im Fußbodenbereich das Gefühl der Unsicherheit der Zeit. „Man befindet sich quasi auf wackligem Boden und weiß nicht recht, wohin man tritt. Das beschreibt ziemlich gut das Gefühl der Zeit“, so Ihle.

Das mit einem großen Glasturm versehene Modell von Lothar Fiebig, Markus Heurung, Sascha Hilbig und Thomas Becker zeichnete sich neben der Ausstattung mit Aufzug, Café und zahlreichen Ausstellungsräumen durch viel Interaktion für die Besucher aus. „Beim Museumsbesuch können interessierte Gäste in einer eigens dafür vorgesehenen Werkstatt Geld selbst drucken und es als Souvenir mit nach Hause nehmen“, so die angehenden Architekten.

Eine Tagespflegestation für Patienten mit demenziellen Erkrankungen sahen Almut Stock, Martina Wilhelm und Viktoria Paraskevopulu in ihrem Konzept vor. Andrea Balcerzak und Jennifer Hübner zeigten ihr Städtebaumodell.

HINTERGRUND

Von Martina Sommerlade

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