Deutsche Meisterin Nadja Pries beim Training

BMX-Strecke des RSC Ahnatal: Waghalsige Sprünge, steile Kurven

Auf dem Sprung: Nadja Pries, deutsche BMX-Meisterin, beim Training auf der neuen Strecke des RSC Ahnatal. Fotos: Schilling

Ahnatal. Regungslos steht Nadja Pries am Start, die Füße auf den Pedalen ihres BMX-Rades. Dann klappt das Startgatter um, und im nächsten Moment flitzt die deutsche Meisterin über die 380 Meter lange BMX-Strecke des RSC Ahnatal.

Am vergangenen Wochenende war sie mit ihrem Trainer Martin van der Velden zu Gast, um für die Weltmeisterschaft zu trainieren, die Ende Mai in Birmingham stattfindet.

Nadja Pries ist nicht der erste Besuch, der auf der Strecke trainiert. Viele Verbände waren laut Carsten Rövenstrunk, BMX-Fachwart des RSC, schon da. Der Grund: Die für internationale Wettkämpfe ausgelegte Strecke ist eine von etwa zehn professionellen Bahnen in ganz Deutschland. Und sie kann sich laut Martin van der Velden sehen lassen. „Sie ist besser als viele andere europäische Bahnen“, erklärt er. Und Nadja Pries ergänzt: „Die Strecke hat auf jeden Fall das Potenzial, mal ein größeres Rennen zu bekommen.“

Ein erstes Rennen steht bereits auf dem Programm. Am 1. Juli wird ein Lauf des Nord-Cups in Ahnatal stattfinden, einer BMX-Pokalserie mit insgesamt acht Rennen. Etwa 220 Sportler erwartet Carsten Rövenstrunk zu dem Lauf. „Wir nutzen das, um ein Gefühl für die Organisation einer solchen Veranstaltung zu bekommen“, erklärt er.

Nadja Pries, deutsche BMX-Meisterin

Im kommenden Jahr sollen dann vielleicht schon zwei Rennen der Serie auf der Strecke ausgetragen werden. Außerdem möchte Rövenstrunk die Meisterschaft der Landesverbände Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz nach Ahnatal holen und die ersten Sportler des Vereins mit Lizenzen ausstatten, die Voraussetzung für die Teilnahme an Bundesliga- und anderen Rennen sind.

Nadja Pries fährt seit 2003 Lizenzrennen. Bei der WM wird die 17-Jährige aus Erlangen in der Junior-Klasse starten. Sie rechnet sich gute Chancen aus. „Gold wäre cool, und das ist auch nicht utopisch“, erklärt sie. Beim Zeitrennen will es die Sportlerin auf jeden Fall aufs Podium schaffen. Ein weiteres Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016.

„Ich versuche, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wenn das klappt, hab ich alles erreicht“, sagt Nadja Pries. Dafür trainiert sie zweimal täglich und nimmt in der Saison fast jedes Wochenende an Rennen teil.

Auch der elfjährige Adrian aus Ahnatal ist von dem Sport begeistert. „Die Herausforderung gefällt mir. Dass man schnell fährt und springen kann. Und man ist nicht allein. Die ganze Gruppe ist da, und alle verstehen sich gut.“

Während auf der Bahn schon trainiert wird, ist auf dem Gelände noch einiges zu tun. Die Wasser- und Stromversorgung für die geplante Küche ist in Arbeit. Außerdem entsteht derzeit der Vorstart, wo die Sportler auf ihr Rennen warten. 180 Quadratmeter Pflaster sind bereits verlegt. Am Wochenende haben Helfer das Gestell für den Wetterschutz aufgebaut. Rasen für die Süd-Tribüne, Basaltschotter für die Wege und viele Pflanzen - all das wird laut Rövenstrunk nach und nach kommen.

Und wer weiß, vielleicht fährt Nadja Pries in zwei Jahren ja wieder in Ahnatal - bei einem Bundesliga-Rennen.

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