Sozialdemokraten verloren in Lohfelden 10 Prozent

Wahlschlappe für SPD

Lohfelden. Die Kommunalwahl hat die politischen Verhältnisse in Lohfelden verändert. Die SPD musste harsche Verluste hinnehmen (minus 10 Prozent) und sank von 66,2 auf 56,2 Prozent. Statt 24 (2006) ist sie nun mit 21 Sitzen im Parlament vertreten.

Gute Gewinne konnten die Grünen (plus 6,6 Prozent) verbuchen, die Zahl ihrer Sitze erhöht sich von zwei auf fünf. Auch die Unabhängigen U2L (plus 5,9 Prozent) legten zu, sie kommen im neuen Parlament auf drei statt einen Sitz.

„Wir sind hocherfreut“, kommentierte Olaf Köhne (Grüne) das Ergebnis. Das Atomdrama in Japan schlage sich darin nieder, aber auch „eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung“ mit der SPD-Mehrheitspolitik. Das Ergebnis sei auch eine Quittung für die „Art und Weise, wie viele Beschlüsse SPD-intern abgestimmt wurden“, sagte Köhne. Auch die vielen teuren Großprojekte hätten eine Rolle gespielt: „Da wurde zu viel Geld ausgegeben.“

„Ein kleiner Schritt für die Opposition, ein großer Schritt für Lohfelden“, so kommentierte U2L-Sprecher Jürgen Kirchner die Wahlschlappe der SPD. Das Ergebnis sei die „Antwort auf Arroganz und Überheblichkeit“. Man hoffe jetzt auf einen anderen Umgang der Mehrheitsfraktion. „Die Investitionswut ist schlecht angekommen“, meinte Kirchner.

Die Sozialpolitik der SPD – zum Beispiel der Lohfeldenpass – sei in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen worden, sagte der Vollmarshäuser SPD-Vorsitzende Norbert Thiele. Für das Stimmenminus sei neben der geringen Wahlbeteiligung auch die wachsende Unzufriedenheit über Verwaltungsentscheidungen – etwa bei Baumaßnahmen – verantwortlich, die fälschlicherweise der Mehrheitsfraktion angelastet werde. Die SPD habe mit den Großprojekten jedoch Standortvorteile gesichert.

Die CDU, die ein Minus von 3,4 Prozent einfuhr (jetzt acht statt zehn Sitze) äußerte ihr Bedauern. Das Ergebnis spiegele den Trend wider. (hog)

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