Baumfällarbeiten für A 44-Trasse: Zehn Hektar Wald müssen weichen

Zwischen Helsa und Eschenstruth werden derzeit auf einer Fläche von zehn Hektar die Bäume gefällt. Auf dem Waldstück neben der Bundesstraße 7 wird Platz für die Trasse der Autobahn 44 geschaffen.

Helsa. Die Holzspäne fliegen, Albert Dieckmann weiß genau, an welchen Stellen er die Säge ansetzen muss. Der Holzfäller arbeitet schnell, etwa eine halbe Minute dauert es. Ein leichtes Knarzen ist zu hören, dann ein dumpfes, unvermutet leises Geräusch, als die riesige Fichte auf den Waldboden fällt.

An die 1000 Bäume mögen es schon gewesen sein, die Baustellenleiter Dieckmann und seine Männer in der Waldhofkurve gefällt haben. Zwischen Helsa und Eschenstruth wird für die neuen Trasse der Autobahn 44 Platz geschaffen.

Zwischen Helsa und Eschenstruth wird gerodet: Insgesamt 22 Hektar Wald müssen weichen, damit der Anschluss an die Autobahn 44 gebaut werden kann.

Auf der Rodungsfläche riecht es nach Weihnachtsbaum: Vor allem Fichten werden dort gefällt. Viele von ihnen sind an die 30 Meter hoch, wie das Exemplar, das Dieckmann gerade abgesägt hat. An die zweieinhalb Tonnen kann so ein Baum wiegen. Für die Spezialisten kein Problem:

„Wenn man Angst vor großen Bäumen hat, ist man in unserem Beruf falsch“, scherzt Dieckmann. Elf Stunden am Tag arbeiten die Holzfäller, im Moment noch zu dritt. Ab der nächsten Woche wird eine zweite Kolonne sie unterstützen.

Wenn Dieckmann und seine Männer Ende Februar fertig sind, wird ein anderes Unternehmen die Baumstümpfe und Wurzeln entfernen. Die gefällten Bäume finden in der Industrie oder als Kaminholz Verwendung. „Auch das Astwerk wir zu Brennholz gehäckselt. Hier wird alles verwertet“, sagt Dieckmann.

Mit bunten Holzpflöcken haben die Arbeiter den Verlauf der künftigen Autobahntrasse im Wald abgesteckt.

Eigentlich handelt es sich bei der Rodung aber erst um Vorarbeiten: Gefällt wird zunächst auf einer Fläche von zehn Hektar, dort, wo der Kasseler Kanal freigelegt werden soll, der unter dem Gelände verläuft.

Der Kanal leitete im Zweiten Weltkrieg mit Sprengstoff belastetes Abwasser von der Munitionsfabrik in Hirschhagen in die Fulda. Nun soll er entfernt werden.

„So wollen wir sichergehen, dass das Baugebiet frei von giftigen Stoffen ist“, sagt Reinhold Rehbein vom Amt für Straßen und Verkehrswesen in Kassel. Erst danach können die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Im nächsten Winter wird dann weitergerodet. Eine Fläche von insgesamt 22 Hektar Wald muss dem neuen Autobahnstück weichen.

Rubriklistenbild: © Fotos: Habich

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