Derzeit ist die Gefahr groß – Fuldataler Wehrleute bildeten sich in Simmershausen fort

Wie sollten Einsatzkräfte Waldbrände bekämpfen

Üben zwischen Bäumen: Fuldataler Wehrleute aus allen Ortsteilen nahmen an dem Waldbrandseminar in Simmershausen teil.

Fuldatal. Waldbrandgefahr zu dieser Jahreszeit, bei diesen Temperaturen? Durchaus, wie Karl Heinz Jaeger, Vorsitzender der Waldinteressentengemeinschaft Simmershausen, den Fuldatalter Brandschützern erklärte.

In den Monaten März und April sei die Gefahr meist am höchsten, da Sonne und Wind den Waldboden austrockneten. Im Sommer hingegen sei in den hiesigen Breitengraden das Laub grün und saftig und damit weniger brandgefährdet.

Die richtige Zeit also für ein Waldbrandseminar, zu dem 14 Feuerwehrmänner und drei Feuerwehrfrauen aus allen Ortsteilen von Fuldatal nach Simmershausen kamen. Zunächst vermittelten Lehrgangsleiter Uwe Rühl, unterstützt von Thomas Schwanz, die Theorie. Am Tag drauf wurde bei einem entzündeten Stoppelacker das Vorgehen bei Flächenbränden realistisch geübt.

Je nach Windstärke könnten sich die Flammen rasch ausbreiten, sagte Rühl. Das gleiche gelte für Bodenbrände im Wald. Laub und trockenes Niederholz böten dem Feuer ideale Bedingungen. Die Übungen hierzu fanden in einem Buchenwald statt.

Entzug von Sauerstoff

Grundsätzlich gelte es, dem Feuer das brennbare Material zu entziehen und es durch Entzug von Sauerstoff zu ersticken, erklärte der Lehrgangsleiter. Zu Demonstrationszwecken waren in einem unwegsamen Waldstück zwei Brandinseln mit roter Plane markiert. Handarbeit war angesagt. Die Wehrmänner kratzten mit Rechen, Hacken und Äxten den Boden frei, um einen Ring rund um den Brandherd zu schaffen, der ein Überspringen des Feuers auf die Umgebung verhindern sollte.

Mit den Feuerpatschen werde die Glut erstickt. Hektisches darauf herumklopfen mache überhaupt keinen Sinn, da dies zu Funkenflug und vermehrter Sauerstoffzufuhr führt, sagte Rühl. Wohlbedachtes sorgfältiges Ausdrücken des brennbaren Materials bringe Erfolg. Dies könne im eigenen Garten beispielsweise auch mit Besen, Schaufel oder Schneeschieber funktionieren.

Bei der Übung standen 6000 Liter Wasser aus vier Löschfahrzeugen zur Verfügung. Einsatzleiter Jörg Höhmann, Wehrführer von Wahnhausen, forderte vorsorglich Verstärkung von der Feuerwehr Kassel mit 4000 Liter Wasser und durch die Wehr aus Hann. Mündener mit ihrem Wechselladerfahrzeug mit 6000 Liter an. Zusätzlich wurde ein Landwirt mit großem Wasserfass um Mithilfe gebeten.

Jagdpächter mit Quad dabei

Mit von der Partie war auch Jagdpächter Mathias Langner mit seinem allradbetriebenen Quad. Bei langwierigen Einsätzen könne er helfen, Material und Personen in schwer zugängliches Gelände zu befördern. „Und wenn er Wasser zum Trinken zu Euch bringt, damit ihr durchhalten könnt“, schärfte Rühl den Kursteilnehmern ein.

Hinweis an die Bürger: Liegende Verkehrsleitkegel am Wegesrand nicht aufstellen. Sie sollen den nachfolgenden Einsatzkräften die Richtung zum Brand anzeigen. (mic)

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