Waldpflege am Baunsberg: Forst hat 40 Hektar im Visier

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Alles genau im Blick: Welche Bäume fallen, hat Förster Arnd Kaufffeld schon lange vorher festgelegt. In diesem Jahr hat die Waldpflege einen Schwerpunkt auf dem Baunsberg. 40 von 150 Hektar werden unter die Lupe genommen.

Baunatal. Den gut geformten Ahornbaum hat Revierförster Arnd Kauffeld mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. Die direkt daneben stehenden Buchen mit einem roten Strich.

Das bedeutet: Der Ahorn bleibt, die Nachbarn werden gefällt. Die Krone des Ahornbaumes bekommt so Platz, um sich noch besser zu entwickeln. „Die Krone ist der Motor des Baumes“, sagt der Förster.

Derzeit laufen umfangreiche Waldpflegearbeiten am Baunsberg. 40 Hektar des insgesamt 150 Hektar großen Waldgebietes zwischen Kassel und Baunatal werden von den Mitarbeitern von Hessenforst sowie von Fremdfirmen bearbeitet.

„Ich nehme nicht mehr raus, als nachwächst“, sagt Kauffeld. 1200 Festmeter Holz kommen jedes Jahr von allein wieder auf dem Baunsberg dazu. „Das macht die Natur von ganz allein.“ Der Förster muss bei seiner Auswahl natürlich wirtschaftliche Gesichtspunkte und Naturschutz unter einen Hut bringen. Die Zeiten von Kahlschlag seien lange vorbei, sagt Kauffeld. Da wurden Flächen komplett abgeholzt und dann wieder neu aufgeforstet. Heute nehme man einzelne Bäume heraus, um das Holz zu verkaufen. „Wir setzen auf Dauerwald“, erläutert der Förster die Strategie. „Man muss gucken, dass man die Dynamik in dem Bestand hält.“

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Ganz anders sieht es in einem Kerngebiet des Baunsberges aus. 25 Hektar Fläche sind Naturschutzgebiet. Dort wird der Wald vollständig sich selbst überlassen. „Das nutzen wir nicht“, sagt der Chef der Revierförsterei Wahlershausen.

Weil im Winter das Leben im Wald weigehend ruht, werden die Förster aktiv. Es gebe kein Laub und keinen Saftfluss in den Bäumen, erläutert Kauffeld. Laub beispielsweise mache es für die Waldarbeiter gefährlicher, weil sie herabfallende Äste während der Fällarbeiten nicht frühzeitig erkennen könnten.

Maschine im Wald: Silviu Lupu arbeitet mit seiner Firma im Auftrag von Hessenforst. Zwischen die Bäume fährt er nur auf seit Jahrzehnten festgelegten Gassen.

Am Baunsberg gestalten sich die Arbeiten grundsätzlich schwieriger als in abgelegeneren Gebieten, weil viele Menschen aus der Umgebung den Wald als Naherholungsgebiet und Joggingstrecke nutzen. Kauffeld hat deshalb am Parkplatz eine Übersichtskarte ausgehängt. Kleine, gelbe Umleitungsschilder zeigen Spaziergängern, wo die Wege offen sind. Bis Ende März will Hessenfost die Waldpflege am Baunsberg abschließen.

Das Holz der Bäume, die derzeit von einer Firma gefällt und gerückt werden, landet letztendlich in ganz unterschiedlichen Produkten. Auch dafür muss der Förster bei der Auswahl einen Blick haben. Einige Stämme eignen sich beispielsweise für Sägeholz, was für den Möbelbau verwendet wird. Andere Bäume werden zu Bauholz, Eisenbahnschwellen, Pellets oder Heizholz verarbeitet.

Von Sven Kühling

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