Waldstation Baunatal bringt Kinder und Umwelt zusammen

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Suppe aus Holz: Hannah (von links), Jannik, Josie, Jannes und Vanessa spielen „Kochen“ mit Material, das sie im Wald gefunden haben.

Baunatal. Kochen am Lagerfeuer, einen Dachsbau erkunden oder einfach mal auf einen Baum klettern: In der Waldstation, die es seit neun Monaten in Baunatal gibt, sammeln Kinder allerhand Natur-Erfahrungen.

Ziel des Projekts ist es, die Jungen und Mädchen für ihre Umwelt zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, dass es kein multimediales Spielzeug braucht, um Spaß zu haben. Das Konzept überzeugte auch das hessische Sozialministerium. Gemeinsam mit der Karl-Kübel-Stiftung hat es die pädagogische Einrichtung kürzlich als einen „Lernort der Zukunft Hessen“ ausgezeichnet.

„Toll, dass es hier so viele Stöcke gibt“, findet Leonard. Der Vierjährige hat Äste gesammelt, um damit eine Waldhütte zu reparieren. Manchmal sind es eben die einfachsten Dinge, die bei den jungen Besuchern Begeisterung auslösen. Kein Wunder, denn für viele sind es die ersten Wald-Ausflüge überhaupt. „Die Kinder entfremden sich immer mehr von der Natur“, weiß Uta Landgrebe, pädagogische Leiterin der Baunataler Tagesstätten. Die Waldstation soll dem entgegenwirken.

Das 8000 Quadratmeter große Gelände am Fuße des Baunsbergs gleicht einem riesigen Natur-Spielplatz. Neben einem Unterstand gibt es dort eine Feuerstelle, ein Waldsofa, einen Hochstand - und natürlich jede Menge Bäume. Inzwischen waren Gruppen aus nahezu allen Baunataler Kindergärten hier, etwa 2000 Sprösslinge. „Spätestens beim zweiten Besuch haben die Kinder das Gelände erobert“, sagt Waldpädagoge Joachim Käse, der die Station leitet.

In den vergangenen Monaten hat er - bei jedem Wetter - zahlreiche Aktionen für die Mädchen und Jungen vorbereitet. Es gab Waldtage und Kunstaktionen, die Kinder bauten Nistkästen und lernten, wie man aus Gemüse eine leckere Suppe kocht. Noch schöner ist es allerdings, wenn die Natur selbst das Programm vorgibt. Das war zum Beispiel so, als die Kinder winzige Eichhörnchen auf dem Waldboden entdeckten. „Sie waren wahrscheinlich aus dem Nest gefallen“, berichtet Käse.

Die Idee, Kinder wieder näher an die Natur zu führen, scheint also bestens zu funktionieren. „Die Station soll eine Ergänzung zum Alltag in den Kindergärten sein“, erklärt Uta Landgrebe, pädagogische Leiterin der Baunataler Tagesstätten. Einen festen Rhythmus gibt es aber nicht, jede Einrichtung entscheidet selbst über die Nutzung.

Vor allem Themen wie Umwelt und Energie könnten den Kindern auf diese Weise näher gebracht werden. Zudem gebe es die Hoffnung, dass die Mädchen und Jungen ihre Erfahrungen in der Tagesstätte, aber auch zuhause weitergeben. „Vielleicht unternehmen manche Familien daraufhin auch mal am Wochenende einen Ausflug in den Wald“, sagt Joachim Käse.

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