Rhönklub Kassel beschwert sich

Fulda-Radweg R1 bei Kragenhöfer Brücke: Wanderer fühlen sich abgedrängt

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Für Fußgänger wird es eng: Weil der Fulda-Radweg R1 zwischen Wolfsanger und Fuldatal-Simmershausen löchrig ist, müssen Radfahrer ausweichen, für Wanderer ist dann kaum noch Platz. Bei der Ausbesserung des Teilstücks, was ab 2016 geplant ist, soll laut dem Wanderverein Rhönklub Kassel für Fußgänger kein Platz gelassen werden.

Fuldatal/Kassel. Er gleicht einer Löcherpiste: Der Fulda-Radweg R1 zwischen Wolfsanger und Fuldatal-Simmershausen. Deshalb soll er dort nächstes Jahr ausgebessert werden. Die Wanderer ärgert das: Für sie bleibe klein Platz mehr, monieren sie.

 Löcher voller Regenwasser und Schlamm zieren den Fulda-Radweg R1 zwischen Kassel-Wolfsanger und der Espe-Brücke an der Bundesstraße 3 in Fuldatal-Simmershausen. Der unasphaltierte Weg ist für Inline-Skater gar nicht nutzbar, Radfahrer üben sich im Slalomfahren. Das soll sich ändern, ab 2016 soll der Abschnitt ausgebessert werden.

Was Radfahrer freuen wird, ärgert die Wanderer und Spaziergänger: Die fühlen sich nach Aussage von Andreas Koch verdrängt: „Für uns ist auf dem Weg kein Platz mehr“, kritisiert der Vorsitzende des Rhönklubs Kassel. Zu zweit könne man kaum noch nebeneinander gehen, von den Radfahrern werde man „unwirsch an die Seite gescheucht“. Mit der Ausbesserung, so die Befürchtung, werde alles noch schlimmer.

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Dabei, sagt Koch, gehörte der Weg früher einmal den Radfahrern: Schon vor dem 2. Weltkrieg sei an der Fulda ein Fußweg angelegt worden, der von Wolfsanger bis hinter die Kragenhöfer Brücke führte. „Das war schon immer ein beliebter Weg, um von Kassel aus unbeschwert zum Hotel und Restaurant Roter Kater und Graue Katze zu kommen“, erzählt der 82-jährige Koch, „das war ein typischer Sonntagsausflug.“ Doch seitdem das Teilstück zum R1 gehört, sei es damit vorbei.

Mit insgesamt 255 Kilometern ist der Fulda-Radweg R1 Hessens längster Flussradweg. Er führt von Gersfeld in der Rhön über Fulda, Schlitz, Bad Hersfeld, Rotenburg, Melsungen, Kassel und Fuldatal nach Hann. Münden und dann weiter an der Weser nach Bad Karlshafen.

Der R1 zählt nach Angaben des Regionalmanagements Nordhessen zu den 20 beliebtesten Radfernwegen Deutschlands und wurde 2012 als Qualitätsroute des Allgemeinen Fahrrad Clubs (ADFC) ausgezeichnet. (pri)

Dabei hat Koch, der seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied im Rhönklub ist, nichts gegen Radfahrer. Er wünscht sich lediglich eine Lösung, die für alle zufriedenstellend ist: „Wir haben der Stadt Kassel zum Beispiel vorgeschlagen, den Radweg an die Straße zu verlegen“, sagt er.

Stadt lehnte Vorschläge ab

Ebenso wären die Wanderer auch zufrieden, wenn es einen Pfad oberhalb der Straße im Interessentenwald gebe, der nur von Fußgängern nutzbar ist. „Doch beide Vorschläge lehnt die Stadt ab“, ärgert sich Koch. In seinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit: „Wir sind ja alle erst mal als Fußgänger auf die Welt gekommen, Fahrrad fahren lernen wir später.“ Deshalb könne es nicht sein, dass die Wanderer vernachlässigt werden.

Die Stadt Kassel sieht das anders. Im Zuge des Neubaus des Teilstückes des Fulda-Radwegs R1 seien die Wandervereine angeschrieben worden. In diesem Schreiben wurde auch die Möglichkeit eingeräumt, Bedenken zu äußern oder Vorschläge zu machen. „Wir haben aber von keinem Wanderverein eine Rückmeldung erhalten“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emerich auf HNA-Anfrage.

Von Constanze Wüstefeld

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