Seltene Wildkatze

Wanderer stoßen auf Luchs bei Söhrewald

Gut getarnt im Wald: Zwischen Bäumen, Schneeresten und heruntergefallenen Ästen ist der Luchs nur schwer auszumachen. Foto:  Nordmeyer/nh

Söhrewald. Gut zwei Monate, nachdem Spaziergänger in der Nähe von St. Ottilien Luchse zu Gesicht bekommen und fotografiert haben, sind am vergangenen Wochenende Wanderer unweit von Söhrewald-Wellerode auf die Wildkatze mit den charakteristischen Pinselohren gestoßen.

Es war das ungewöhnliche Verhalten ihres Labradors Miró, das Familie Nordmeyer aus Kassel auf das scheue Tier aufmerksam machte. „Der Hund schlug an und bewegte sich keinen Schritt weiter“, erzählt Norbert Nordmeyer (60). Der Elektroingenieur von Eon Mitte, der inzwischen in Altersteilzeit ist, war am Samstagmittag gegen 13.30 Uhr mit seiner Frau Marianne (58) und Tochter Marthe (26) nordöstlich des Söhredorfs unterwegs, als der Hund plötzlich wie angewurzelt dastand. „Also mussten auch wir stehen bleiben und erst intensiver in den Wald hinein sehen, bevor wir den gut getarnten Luchs erkannten“, schildert Nordmeyer den Augenblick der Entdeckung.

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Tatsächlich ist der Luchs auf den Fotos, die der Ingenieur mit seiner Canon-Kamera geschossen hat, zwischen Bäumen, Schnee und heruntergefallenen Ästen nur schwer auszumachen. Obwohl das Tier die Wanderer wahrgenommen habe, sei es nicht geflüchtet. „Zuerst bewegte sich der Luchs garnicht und dann sehr langsam vom Weg fort“, erinnert sich Nordmeyer.

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Die Begegnung mit dem Wildtier, das von der Größe her an Hund Miró herangereicht habe, hat die Familie beeindruckt. „Ich habe sogar von der Begegnung geträumt“, sagt Nordmeyer, der zusammen mit seiner Familie viel wandert und dabei auch Pflanzen und Tiere bestimmt. Für einen Alptraum bei der seltenen Begegnung hätte fast die Technik gesorgt. Just in dem Moment, als der Naturliebhaber das Objektiv auf den Luchs richtete, versagten die Batterien der Kamera.

Kamera versagte im entscheidenden Moment

Trotz des notwendigen Akkuwechsels gelangen dem Ingenieur noch einige beeindruckende Fotos. Zurück zu Hause, nahm Nordmeyer ein Buch des bekannten Naturfilmers Andreas Kieling zur Hand, um mehr über die Lebensgewohnheiten des Luchses zu erfahren.

In einem Interview mit unserer Zeitung hatte sich der Naturfilmer und Autor Kieling im vergangenen Jahr auch zu der Rückkehr der Wildkatze in den Kaufunger Wald und die Söhre geäußert. Er sagte damals: „Ich freue mich darüber. Die Entwicklung zeigt, dass es mit der Natur und mit der Wildnis in Deutschland aufwärts geht.“

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