Umbau der Langen Straße in Lohfelden: Kritik wegen Ampelregelung – Bürgermeister gegen Einbahnstraße

Warterei nervt Autofahrer mächtig

Schlange in der Crumbacher Straße: Vor der Ampel stauen sich den ganzen Tag über die Autos. Bis sie in die Lange Straße abbiegen können, vergehen mehrere Grünphasen. Fotos:  Wohlgehagen

Lohfelden. Die Straßenbauarbeiten entlang den Richter-Hallen im Ortsteil Crumbach sorgen für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Verkehrsteilnehmer kritisieren die aus ihrer Sicht zu langen Wartezeiten an den jetzt in der Langen Straße und in der Crumbacher Straße aufgestellten Ampeln.

Mehr noch: Beobachter rechnen damit, dass sich die Verkehrssituation in anderen Bereichen Lohfeldens nach den Schulferien durch ausweichende Fahrzeuge noch zuspitzen werde: Man müsse dann während des Berufsverkehrs im Bereich des Belastungsschwerpunkts Waldauer Weg / Hauptstraße und Ochshäuser Dorfstraße mit erheblichen zusätzlichen Staus rechnen, hieß es.

Autofahrer Dieter Rudolph aus Vollmarshausen ist stocksauer: Er habe jetzt an der Ampel in der Crumbacher Straße drei Grünphasen der anderen Fahrtrichtung abwarten müssen, bevor es für ihn endlich weitergegangen sei. „Man kann doch den Verkehrsfluss auf einer so viel befahrenen Landesstraße nicht einfach für vier Monate kappen“, mit etwas gutem Willen hätte statt der teuren Miete für drei Ampeln eine kostengünstigere Einbahnstraßen-Regelung für die Lange Straße ausgereicht, so der 75-jährige Rentner gegenüber der HNA. Von der Einbahnstraßenregelung würden auch die Linksabbieger in Richtung Ortsmitte profitieren, ist sich Dieter Rudolph außerdem sicher.

Ein Problem gerade für ältere Autofahrer sei, dass sie nicht bis an die gelb markierten Linien heranfahren, um die Erkennung auszulösen, sagte ein Autofahrer aus Lohfelden unserem Mitarbeiter. Das hat man auch im Rathaus erkannt: Anfang der Woche ließ die Gemeindeverwaltung - offensichtlich aufgrund weiterer Beschwerden über zu lange Wartezeiten - vor der Ampel in der Langen Straße einen entsprechenden Hinweis anbringen.

„Alle drei Ampeln reagieren bei Pkw-Erkennung, also auf Anforderung, wobei die Ampeln in der Crumbacher Straße Vorrang haben“, sagte Rathaus-Mitarbeiterin Manuela Schneider. Bei einer derart lang gezogenen Baustelle ließen sich längere Wartezeiten nicht vollkommen ausschließen. Sie bitte dafür um Verständnis, empfehle Autofahrern jedoch, nicht auf die Hauptstraße oder Ochshäuser Dorfstraße auszuweichen, sagte Manuela Schneider.

Jetzt schaltete sich auch Bürgermeister Michael Reuter (SPD) in die Diskussion ein: Eine Einbahnstraßen-Regelung sei in diesem Bauabschnitt nicht möglich, teilte der Verwaltungschef auf HNA-Anfrage mit. Sie hätte eine zu umfangreiche Umleitungsstrecke für die Buslinie 37 mit unzumutbaren Belastungen für die betroffenen Anwohner zur Folge gehabt.

„Ich denke, wir haben unter diesen Umständen in Abstimmung mit allen Beteiligten und übergeordneten Behörden jetzt die beste Lösung gefunden“, sagte Reuter.

Zur Höhe der Miete für die Ampelanlagen könne er ohne Zustimmung der Firma Rohde keine Angaben machen, diese Preise seien Teil der Kalkulation der Straßenbaufirma, so der Bürgermeister.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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