Gemeinde Niestetal schafft für 130 000 Euro ein flexibles Barrieresystem an

Wasser gegen Hochwasser

Barriere gegen die Fluten: Die Nieste (hier an der Schwimmbadbrücke) kann schnell über die Ufer treten. Jochen Wagner von der Firma Aquariwa zeigte Bürgermeister Andreas Siebert (links, kleines Bild), wie schnell die Tonnen einsatzbereit sind. Fotos: Dilling

Niestetal. Zurzeit fließt die Nieste träge dahin. Doch bei Hochwasser kann das Flüsschen schnell zum reißenden Strom werden und über die Ufer treten. Dann hieß es beim Bauhof bisher, sofort Sand aus dem Baumarkt oder notfalls auch von Spielplätzen besorgen und Säcke füllen.

Nun sollen Barrieren gegen Hochwasser viel schneller einsatzbereit sein. Die Gemeinde hat für 130 000 Euro ein neues transportables, flexibles Schutzsystem gekauft, das Hochwasser mit Wasser bekämpft: Dazu werden gut drei Meter lange, dünne Platten aus Glasfaserkohlenstoff (GFK) zu 90 Zentimeter hohen Zylindern gerollt, verriegelt, am Ufer aufgestellt und von der Feuerwehr mit dem reichlich vorhandenen Wasser aus dem Fluss in die Behälter gepumpt. Ein spezielles Netz und ein Foliensack sorgen dafür, dass das Ballastwasser nicht wieder abfließt. Bei den Zylindern handelt es sich um eine Neuentwicklung, die von der Firma Aquariwa aus Neu-Isenburg vertrieben und beim Hochwasser in Frankfurt zu Beginn dieses Jahres erstmals erfolgreich eingesetzt wurde.

Eine 100 Meter lange Barriere könne von neun Leuten in einer Stunde errichtet werden, sagt Jochen Wagner.

Den Aufbau werden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Niestetal demnächst üben. Getestet haben sie das System schon. Die Gemeinde schafft so viele GFK-Platten an, dass sie für eine Barriere von 600 Metern Länge reichen. Das sei der Maximalbedarf, den man vorher berechnet habe, sagt Andreas Siebert.

Die Zylinder werden nach einem Einsatz wieder entleert und auseinandergenommen. Im Gegensatz zu den Sandsäcken entfällt die teure Entsorgung als Sondermüll. (pdi)

Von Peter Dilling

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