In der evangelischen Kirche in Hoof stehen auch im nächsten Jahr viele Renovierungsarbeiten an

Das Wasser lief die Wände runter

Endlich tropft es nicht mehr rein ins Kircheninnere: Architekt Christian Abendroth präsentiert das neu gedeckte Dach der evangelischen Kirche in Hoof. Fotos: Hühne / nh

Schauenburg. Buchstäblich ein trockenes Dach über dem Kopf hat seit Kurzem die evangelische Kirchengemeinde in Hoof. Jahrelang war das Dach der 1891 geweihten Kirche marode und undicht. Durch die löchrigen Ziegel lief bei Regen Wasser, das durch das Tonnengewölbe bis in den Innenraum der Kirche sickerte. „Teilweise lief es in kleinen Rinnsalen an den Wänden runter“, erzählt Architekt Christian Abendroth, der bei den Umbauarbeiten die Planung übernommen hatte.

Im April begann die Breitenbacher Firma Wilhelm Keßler, das alte Dach Ziegel für Ziegel abzudecken. Einige Zeit später bekleideten etwa 4300 brandneue schwarze Ziegel das Satteldach der Kirche. Die Kosten für dieses Sanierungsprojekt lagen bei gut 30 000 Euro, die von der evangelischen Landeskirche getragen wurden. Die Ziegel waren zwar über die Jahre marode geworden, an mangelnder Qualität habe das aber nicht gelegen. „Die alten Ziegel waren mit die ersten, die industriell im Strangpressverfahren hergestellt wurden“, erklärt der Architekt und Bauleiter. Damals habe man allerdings die Ziegelfugen noch mit einem Kalkmörtel verschmiert, um das Dach gegen Feuchtigkeit zu versiegeln.

„Bei starkem Regen lief das Wasser in kleinen Rinnsalen die Wand runter.“

Architekt Christian Abendroth

Zur Folge hatte diese Methode aber, dass die Ziegel nicht mehr arbeiten konnten und die mechanische Spannung zu hoch wurde, so Abendroth. Irgendwann begannen die Kacheln dann zu reißen. Das neue Dachkleid stammt von der Hüllhorster Firma Meyer-Holsen. Im Anschluss an die Arbeiten spendete das Unternehmen 1048 Euro an den Orgelförderverein für die Erneuerung des Kircheninstruments. Im nächsten Jahr wird die Orgel 100 Jahre alt. Ein passender Anlass für eine Grundsanierung.

„Im Herbst 2012 wird die Orgel zur Restaurierung verschickt“, sagt der Vorsitzende des Orgelförderkreises, Frank Günther. Geplant soll das Instrument dann Pfingsten 2013, also etwa nach einem halben Jahr, wieder an seinen Platz zurückkehren. Die Sanierung wird rund 150 000 Euro kosten. Knapp die Hälfte der Kosten hat der Förderverein durch Spenden gesammelt. Der Rest soll durch die Gemeinde und die Landeskirche finanziert werden. Zur gleichen Zeit plant die Gemeinde nun auch, den Innenraum zu renovieren. Durch den Regen, der jahrelang durch das defekte Dach sickerte, sind erhebliche Wasserschäden an Decken und Wänden entstanden.

„Es macht Sinn, das zeitgleich zu erledigen, da sich während der Arbeiten der anfallende Staub und Putz in den Orgelpfeifen festsetzen würden“, erklärt Günther.

Arbeiten in Planung

Die Gemeinde hat viele Pläne für ihre Kirche. Das sei längst nicht alles, was sanierungsbedürftig ist, so Abendroth. Auch der Treppenaufgang vor dem Haupteingang müsste dringend erneuert werden. Die Treppe ist zwar weitgehend intakt, aber gerade für die älteren Gemeindemitglieder sei es schwierig, die vielen Stufen zu bezwingen. Eine Rampe neben der Treppe würde Menschen mit Gehhilfen und Eltern mit Kinderwagen den Besuch in dem Gotteshaus wesentlich erleichtern. Dafür, so der Architekt, sei nun aber vorerst kein Geld mehr da.

Von Sina Hühne

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