Spezialisten im Hintergrund – Was den Schwimmern sonst verborgen bleibt

Wasserspaß mit Sicherheit

Kontrolle der Wasserqualität: Ricky Rudolph, Fachangestellter für Bäderbetriebe, entnimmt hier eine der drei manuellen Wasserproben, die pro Tag zusätzlich zu den automatischen ausgewertet werden. Gast Guido Corens macht eine Pause und schaut zu. Fotos: Baader/nh

Baunatal. Der Sommer darf nun offiziell den Namen Herbst tragen, und passend dazu endete jetzt die Freibadsaison im Aqua-Park. Für die Angestellten des Baunataler Bades bedeutet dies aber nicht weniger Arbeit. Ihr Aufgabengebiet reduziert sich lediglich wieder auf das Freizeitbad.

Immerhin: 1660 Kubikmeter Wasser werden täglich dort umgewälzt – unter den strengen Augen der Fachangestellten für Bäderbetriebe. Einer von ihnen ist Ricky Rudolph. Seit sechs Jahren arbeitet er in dem Baunataler Bad.

Einsatzort Rutsche: Jasmin Dürringer, Auszubildende, schaut nach, ob am Wasserbecken alles in Ordnung ist.

Chlorgehalt messen, Risse an der Rutsche reparieren und bei den Schwimmern für Sicherheit sorgen. Das alles sind Aufgaben von Ricky Rudolph. Und parallel dazu muss der Fachangestellte noch Kurse halten, beispielsweise in Aqua-Fitness und Seniorengymnastik. An seinem Beruf schätze er besonders, sagt der 30-Jährige, dass dieser nie eintönig werde. Er habe sowohl mit Menschen als auch mit technischen Abläufen zu tun.

Der Arbeitstag beginnt für die Angestellten der ersten Schicht um 6 Uhr. Diese kontrollieren zuerst die Sprunganlage und beide Rutschen auf Schäden. Danach messen sie das Wasser auf Chlorgehalt und Verschmutzung. Und da, wo es nötig ist, nehmen sie auch schon mal Reinigungsgerät in die Hand.

Sobald die ersten Schwimmgäste kommen, teilt sich die Arbeit in zwei Bereiche. Zum einen sind die Fachangestellten für die Sicherheit der Besucher verantwortlich, zum anderen für deren Fitness. Und natürlich müssen sie im Ernstfall in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten oder jemanden aus dem Becken zu retten.

Sämtliche Vorgänge in der Schwimmhalle, wie zum Beispiel das Einschalten der Massagedüsen, werden per Knopfdruck in der Zentrale gesteuert. „Die Technik hat uns vieles erleichtert“, sagt Rudolph, der auch seine Ausbildung im Aqua-Park absolviert hat.

Vieles läuft automatisch

Technisches Verständnis sei für den Beruf enorm wichtig, betont Rudolph. Dennoch, die Technik macht heutzutage vieles automatisch. „Dadurch sind die Arbeitsvorgänge für den einzelnen gar nicht mehr so nachvollziehbar“, äußert sich der 30-Jährige durchaus kritisch zu der Entwicklung.

Plötzlich taucht ein Mann mit Schwimmbrille am Beckenrand auf. Guido Corens, er ist Stammgast im Aqua-Park. „Ich hab grad ’ne Schraube gefunden. Die ist, glaub’ ich, von einer Lampe hier unten. Wenn du mir ’nen Schraubenzieher gibst, mach’ ich die grad wieder fest.“ Rudolph lacht, holt einen Schraubenzieher und sagt: „So sind unsere Stammgäste halt. Sehr umsichtig.“ Gesagt, getan: Corens taucht ab, dreht die Schraube fest und zieht weiter seine Bahnen.

Wie fast jeden Tag. Zeit hat er dazu bis 20 Uhr. Wenn dann das Bad schließt und die Gäste weg sind, reinigt und desinfiziert die letzte Schicht von Rudolphs Kollegen noch alle Laufflächen. Um 21.30 Uhr ist dann Feierabend. Und die Schwimmhalle dann erst mal wieder der Technik überlassen. (nh) HINTERGRUND PREISE/ZEITEN

Von Navina Baader

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