Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin zu Besuch bei SMA und der documenta

+
Aufmerksam: Jürgen Trittin (links), Fraktionsvorsitzender der Grünen, ließ sich beim Besuch von SMA von SMA-Mitarbeiter Benno Großmann die Funktion einer Leiterplatte erläutern.

Niestetal/Kassel. Entspannt kam er daher, der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin gestern bei seinem Besuch des Solartechnikherstellers SMA in Niestetal.

Blauer Leinenanzug, offenes Hemd und schwarze Slipper signalisierten Lockerheit abseits vom Politikbetrieb. Bei der einstündigen Werksführung blieb dem Fraktionschef denn auch Zeit, im Vorbeigehen über den Cartoon mit der Aufschrift „Hier geschieht ein Wunder“ an der Wand der SMA-Produktionshalle zu schmunzeln.

Tour durchs Werk

Ausgerüstet mit Headsets starteten Trittin und der Pulk der Journalisten und Begleiter ihre Tour durch das Werk - ausführlich informiert von SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon und Mitarbeiter Benno Großmann. Hoch zur Solaranlage auf dem Dach, dann runter in die Produktionshalle mit Hochlager ging die Tour. Aufmerksam hörte der grüne Umweltexperte zu, interessierte sich für die Verantwortung der mehr als 5000 Mitarbeiter im Werk und ihre Ausbildung (meist Elektroniker), die Verpackungen der SMA-Produkte (umweltfreundliche Eier-Kartons) und für Spezialmaschinen wie die Wellenlötanlage. „Ah, da stecken also ihre Patente drin“, sagt er anerkennend.

Von Vorstandssprecher Urbon erfuhr Jürgen Trittin, dass SMA jährlich 100 Millionen Euro in die Forschung steckt und allein im vergangenen Jahr 300 Patente angemeldet hat, um auf dem Weltmarkt weiterhin erfolgreich zu sein. Er erfuhr auch, dass der Testlauf für einen Wechselrichter - ein Exportschlager des Unternehmens - vier Stunden dauert. Dieser wandelt den Gleichstrom aus der Solaranlage in netztauglichen Wechselstrom um.

Auf der anschließenden Pressekonferenz dann der staatstragende Trittin, der noch um die Spitzenkandidatur der Grünen für die nächste Bundestagswahl rangelt. Routiniert, im antrainierten Polit-Talk sprach er - manchmal weitschweifig - vom „massiven Konkurrenzdruck“ der staatlich subventionierten chinesischen Solarindustrie, die durch Insolvenzen geprägten Börsenkurse und forderte eine „politische Industriepolitik“.

Anschließend das Kontrastprogramm: documenta statt Wechselrichter. 1972 als Schüler habe er das erste Mal die Kunstausstellung besucht, erzählt der Göttinger. Eine gute Einstimmung auf den Mittwoch: Denn heute feiert Jürgen Trittin seinen 58. Geburtstag.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.