Bäckerei Döhne entstand vor 75 Jahren – „Geschenk“ zum Jubiläum: Café im Stammgeschäft in Altenbauna

Der Wecke kostete fünf Pfennige: 75. Geburtstag der Bäckerei Döhne

Familientradition am Backofen: Das Bild aus den 50er -Jahren zeigt Lehrling (von links) und Gesellen zusammen mit Betriebsgründer Konrad Döhne und Sohn Gerhard, dem Vater von Ralf Döhne, der die Bäckerei seit 1992 führt.

Baunatal. Bäckersohn Konrad Döhne musste wie fünf seiner sieben Brüder den väterlichen Betrieb in Breitenbach verlassen – so viele Menschen ernährte das Handwerk nicht. So baute Döhne seine eigene Backstube. Das war 1937 in Altenbauna und ist 75 Jahre her. Ein Grund zum Feiern.

Inzwischen führt Enkel Ralf Döhne (48) das Unternehmen in der dritten Generation. Das wichtigste Geschenk hat sich der Bäckermeister selbst gemacht. Nun gibt es im Stammhaus an der Altenritter Straße in Altenbauna statt des bisherigen Imbissbereichs ein richtiges Café mit 35 Plätzen – nett gestaltet und mit einem witzigen Detail ausgestattet: Passend zum Backwerk hängen Guglhupfformen als Lampenschirme von der Decke.

Ein Schaufenster

In den Anfängen gab es einen kleinen Laden und ein einziges Schaufenster im Haus der Döhnes mit der angebauten Backstube, bevor sie in den 50er-Jahren das Wohnzimmer halbierten, um zu vergrößern. In den 70er-Jahren dann sorgte Gerhard Döhne für den Anbau, der heute Geschäft und Café beherbergt. „Die Firma ist gewachsen, wie die Stadt Baunatal gewachsen ist“, sagt Ralf Döhne.

Kurzclip: Ralf Döhne über den Geburtstag

Zum Glück hätten die Eltern immer mitgezogen, auf dieser Basis habe er 1992, als er den väterlichen Betrieb übernahm, aufbauen können. Heute beschäftigt das handwerkliche Unternehmen 60 Mitarbeiter, neben dem Stammgeschäft gibt es drei weitere Standorte in Baunatal sowie je eine Filiale in Elgershausen und Oberzwehren. Außerdem beliefert Döhne Großabnehmer wie Hotels, Gaststätten und Kantinen.

Zur Freude von Ralf und Susanne Döhne wollen die Söhne die Firma fortführen. Alexander (21) studiert Wirtschaftswissenschaften und Marketing, Christoph (19) absolviert wie vier weitere Bäckerlehrlinge und eine angehende Konditorin eine Ausbildung beim Vater, der auch Lehrlingswart der Innung ist. „Darauf sind wir stolz“, sagt Ralf Döhne und betont, dass er Azubis stets übernimmt. Das Durchschnittsalter seiner gesamten Belegschaft, 24 Jahre, hebt er ebenfalls hervor.

Neben Brot, Torte und Kuchen gehören heute diverse Brötchenvarianten zum Angebot. Anders als früher: „Da gab es vier Sorten, helle, dunkle, mit Schlitz oder rund.“ Und: „Ein Wecke kostete fünf Pfennige“, das weiß Ralf Döhne vom Opa. Das wären nun drei Cent, aber dafür kann das Handwerk kein Rundstück mehr herstellen, bei 29 Cent beginnt Döhnes Preisliste.

Im neuen Café zeigt eine Fotopalette, wie sich der Betrieb entwickelte. Da ist auch der alte Opel zu sehen, mit dem Großvater Konrad ein neues Geschäftsfeld eroberte. Kurz nach der Eröffnung der Bäckerei 1937 kam der Auftrag, die Bauarbeiter des neu entstehenden Henschel-Flugmotorenwerks auf dem Gelände, wo sich heute das VW-Werk befindet, zu versorgen.

Bilderstrecke: 75 Jahre Bäckerei Döhne 

75 Jahre Bäckerei Döhne in Altenbauna

Da kaufte sich Döhne eigens ein Auto, das alte Pferdefuhrwerk war passé. Innovativ ist Enkel Ralf ebenso. Chancen für sein Unternehmen sieht er in noch stärkerer Spezialisierung, in weiteren Rezepturen. Zum Beispiel registriert Döhne, dass zunehmend Allergiker bei ihm kaufen. Für ihn einer der Belege, dass Handwerksqualität auf natürlicher Basis ohne chemische Hilfsmittel eine Zukunft hat.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.