Medienpädagoge Wilfried Brüning gab Eltern in Dörnhagen Tipps zur Erziehung

Wege aus der Brüll-Falle

Rollenspiel: Medienpädagoge und Filmemacher Wilfried Brüning demonstriert den Umgang mit Konfliktsituationen. Eva Vollmar und Claudia Jäckel spielen streitende Kinder. Foto: Büntig

Fuldabrück. Wer kennt das nicht: Freundlich fordert man den Nachwuchs auf, etwas zu tun oder zu lassen – und nichts passiert. Nach mehrfacher Wiederholung wird man laut, obwohl man das eigentlich gar nicht wollte. Geht das nicht auch anders? Das war eine der Kernfragen, mit denen sich der Medienpädagoge Wilfried Brüning bei einem Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus Dörnhagen auseinandersetzte.

Der Pädagoge und Filmemacher aus Detmold machte den Eltern deutlich, dass Erziehung heute tatsächlich ein schwieriges Geschäft ist.

Medien problematisch

„Früher gab es die autoritäre Erziehung, Regeln und Vorgehen waren vollkommen klar. Alle waren sich einig und haben an einem Strang gezogen“, erklärt Brüning. In der heutigen Zeit fehlten einheitliche Richtlinien, außerdem übten neben den Eltern auch Kita und Schule, Vereine und Cliquen erzieherischen Einfluss aus. Als besonders problematisch bezeichnet Brüning den Einfluss der Medien auf die Kinder: „Parken Sie Ihr Kind niemals vor dem Fernseher“ und „Nur ein kaputtes Nintendo ist ein gutes Nintendo“ spiegeln seine Einstellung deutlich wider.

Die Eltern müssten Verantwortung für die Erziehung übernehmen und behalten. Kinder stünden zu sehr im Mittelpunkt der Familie, die Eltern seien zu Servicekräften geworden. Ihre Aufforderungen seien oft unklar formuliert und gäben den Kindern zu großen Spielraum.

„Endlose Diskussionen und Erklärungen führen nur dazu, dass das Kind gar nicht mehr zuhört“, meint der Erziehungsexperte. „Es gibt Situationen, in denen das Kind einfach gehorchen muss“, sagt Brüning. „Wer das nicht schon früh lernt, hat später Schwierigkeiten, in der Gesellschaft klar zu kommen.“

Auch wenn Brüning eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Kind und Eltern ganz klar ablehnt, fordert er einen respektvollen Umgang miteinander. An konkreten Alltagssituation und unterstützt durch einen selbst produzierten Film demonstriert er, wie Ziele erreicht werden können, ohne „in die Brüllfalle zu tappen“ und vor allem auch, ohne das Kind zu erniedrigen und einzuschüchtern. (pbü) Informationen: www.wege-aus-der-bruellfalle.de Anfragen zu Terminen unter post@bruening-film.de

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