Wegen giftiger Stoffe

Wegen giftiger Stoffe: Lossewasser während A44-Arbeiten im Visier

Erste Wasserprobe entnommen: Das Lossewasser soll während der Arbeiten am Tunnel Hirschberg regelmäßig auf Schadstoffe überprüft werden.

Kaufungen/Helsa. Die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) hat Proben aus der Losse entnehmen lassen, um die Wasserqualität während der A44-Tunnelbauarbeiten bei Helsa zu kontrollieren.

Hintergrund sind die Arbeiten für den Tunnel Hirschhagen, die Mitte August am Westportal auf Helsaer Seite begonnen wurden. Die KWG befürchtet – wie auch die Gemeinden Kaufungen und Helsa sowie Anwohner in Eschenstruth –, dass durch die Sprengungen und das Graben des 4,2 Kilometer langen Tunnels unter dem ehemaligen Munitionswerk Hirschhagen im Boden befindliche giftige Stoffe in die Losse gelangen könnten.

Mitte September ließ die KWG die ersten beiden Proben nehmen. Sie sollen als Vergleichsmessung dienen, die den Ergebnissen späterer Proben gegenübergestellt werden. Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Messungen hängt vom Fortschritt der Arbeiten am Hirschhagen-Tunnel ab. Die Proben wurden unterhalb von Eschenstruth hinter der Einmündung des Rohrbachs bei Waldhof und – zum Vergleich – oberhalb des Tunnels in Hessisch Lichtenau genommen. Beauftragt ist ein professionelles Labor, das sich auch mit den Gegebenheiten in Hirschhagen auskenne, sagte KWG-Sprecher Klaus Höfgen der HNA. „Das muss gerichtsfest sein.“

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Das Ergebnis der Analyse der Wasserproben liegt noch nicht vor. Die KWG rechnet aber nicht damit, bereits jetzt erhöhte Werte im Wasser zu finden. Wenn sich die Tunnelarbeiter bis unter das Gelände des früheren Munitionswerkes vorgearbeitet haben, sollen die nächsten Proben genommen werden.

Die KWG will auch die anderen politischen Kräfte in Kaufungen in die Aktion einbinden. Man werde einen Antrag in der Gemeindevertretung stellen, um eine breite Mehrheit für die Kontrolle der Losse zu bekommen, sagte Höfgen.

Tunnelwasser wird geklärt

Das Vertrauen in die Informationspolitik der Planer und der Landesregierung sei in Kaufungen „nachhaltig gestört“, heißt es bei der KWG zur Begründung der Aktion. Man befürchte, „dass mögliche Gefährdungen für die Menschen im unteren Lossetal nicht rechtzeitig bekannt gegeben werden“, sagt Höfgen. Seitens der A 44-Bauverwaltung findet zurzeit keine Kontrolle des Lossewassers statt, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus der HNA. Das in die Losse eingeleitete Tunnelwasser, das bei den Bauarbeiten anfalle, werde jedoch in einer Wasseraufbereitungsanlage auf der Baustelle über Aktivkohlefilter gereinigt. Es werde regelmäßig auf Einhaltung der Grenzwerte kontrolliert. Wenn die Tunnelarbeiter die Losse unterqueren, sollen auch Probebrunnen unter Tage eingerichtet werden, in denen das Wasser kontrolliert wird, sagte Sinemus.

Von Holger Schindler

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