Hertingshäuser Brandschützer haben erhebliche Personalprobleme – Einige Aktive haben sich abgemeldet

Personalprobleme: Wehr nicht mehr einsatzbereit

Steht jetzt fast allein: Wehrführer Frank Schubert vor dem Löschfahrzeug im Gerätehaus in Hertingshausen. Fotos: Wohlgehagen

Baunatal. Keine guten Nachrichten kommen von der Freiwilligen Feuerwehr in Hertingshausen: Die Wehr ist nach der Abmeldung von neun Aktiven nicht mehr einsatzbereit. Durch den personellen Aderlass kann das im Gerätehaus bereitstehende Löschfahrzeug LF 8/6 jetzt selbst im Brandfall oder bei anderen Notsituationen nicht mehr ausrücken.

„Ich bin besorgt, aber die Probleme sind lösbar“, der Brandschutz für die 1400 Einwohner und die Gebäude in Hertingshausen sei durch die benachbarten Stadtteilwehren vollumfänglich gewährleistet, sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Der Verwaltungschef wies darauf hin, dass die Stadtteilwehr in Kirchbauna seit zehn Jahren gleichzeitig alarmiert werde, dies sei zusätzlich auf die Freiwillige Feuerwehr in Großenritte erweitert worden. Außerdem verfüge die Stadt auf ihrem Gebiet über vier weitere gut aufgestellte Wehren, die nach Hertingshausen mit ausrücken könnten, sagte der Bürgermeister.

Und weiter: Es müsse alles unternommen werden, auch in Hertingshausen wieder eine schlagkräftige Einsatzgruppe zu etablieren, sagte Manfred Schaub. Er werde dem Magistrat deshalb vorschlagen, Wehrführer Frank Schubert kommissarisch auch die Aufgabe des Jugendwarts mit der Betreuung und Ausbildung der zwölf Nachwuchskräfte zu übertragen. „Wir wollen dieses Pflänzchen hegen“ und auch bei ansässigen Betrieben vorsprechen, kündigte der Bürgermeister an.

Nach Gesprächen im Rathaus bleiben Wehrführer Frank Schubert und dessen Stellvertreter Kai Fischer, die beide schon im November um ihre Entlassung gebeten hatten, mit diesem Schwerpunkt zunächst doch im Amt. Beide werden den Neuaufbau der Einsatzgruppe mit in die Hand nehmen. Man habe sich auf diesen Weg verständigt, bestätigte Frank Schubert der HNA.

Der im Frühjahr 2013 gerade erst für fünf Jahre ernannte Wehrführer steht noch unter dem Eindruck der Geschehnisse, die mit dem Austritt des Jugendwarts im August begannen. Danach meldeten sich die Gerätewarte zu anderen Stadtteilwehren ab. „Leider hat die operative Führung der Feuerwehr (Stadtbrandinspektor und Vertreter; die Red.) diesen Wechseln zugestimmt und selbst in dieser Phase keinen Handlungsbedarf gesehen“, lautet Schuberts Kritik. Die letztlich nur noch „einseitige Kommunikation“ habe dann zur Abmeldung weiterer fünf „demotivierter“ Einsatzkräfte geführt. Er habe sich vergeblich gegen die personellen Verluste gestemmt, das Auseinanderfallen der Gruppe aber nicht verhindern können, sagte Frank Schubert.

Trotz alledem will das Kommando der ausgebluteten Wehr mit Manfred Schaub nach vorn sehen, im Stadtteil neue Aktive finden und ehemalige Feuerwehrleute nach Hertingshausen zurückholen. Geplant seien umfangreiche Werbemaßnahmen und Gespräche auch mit Firmen, wie Ratio, Finoba, Regel oder Grünwald. „Wir hatten bei unserer Stadtteilwehr immer den besten Zusammenhalt“, so Frank Schubert, der schon bald die ersten Jugendlichen für den Grundlehrgang als Feuerwehrmann anmelden will.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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