Nach Bewilligung von Geld aus dem Europäischen Sozialfonds – Schulleiter und Landkreis noch skeptisch

Weiter Diskussion um PTA-Ausbildung

Standort für die PTA-Ausbildung: Noch nicht hundertprozentig sicher ist, ob an der Willy-Brandt-Schule 2014 neue Schüler angenommen werden. Foto: Rudolph / nh

Kreis Kassel. Die Diskussion um den Fortbestand der PTA-Ausbildung an der Willy-Brandt-Schule (WBS) in Kassel-Oberzwehren geht weiter. Nachdem die SPD-Europaabgeordnete Barbara Weiler (Fulda) eine Rettung des Ausbildungszweiges für Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA) in Kassel für wahrscheinlich hält, bleibt Schulleiter Reiner Heine skeptisch.

„Die Entscheidung wird in Wiesbaden gefällt“, sagt Heine auf Anfrage. Er erwarte – so wie in jedem Jahr –, dass Landrat Uwe Schmidt (SPD) ihm bis zum Jahresende mitteile, ob er neue Schüler aufnehmen könne. 64 Plätze stehen ab Sommer 2014 wieder zur Verfügung.

Bisher 150 Euro aus dem ESF

Trotz des Beschlusses des Europaparlamentes, den Europäischen Sozialfonds (ESF) neu zu bestücken, sieht Heine eine weitere Förderung der Willy-Brandt-Schule gefährdet. Er vermutet, dass das Geld künftig für die Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa verwendet wird. Bislang gab das Land pro Schüler und Monat 150 Euro aus dem ESF für einen Ausbildungsplatz an der Brandt-Schule dazu.

Anders hatte die SPD-Europaabgeordnete Barbara Weiler die Entwicklung bewertet. Gegenüber der HNA hatte sie am Mittwoch die Hoffnung geäußert, dass mit den vom EU-Parlament beschlossenen Mitteln die PTA-Ausbildung in Kassel gesichert sein könnte. Sie gehe davon aus, dass der grundsätzliche Beschluss zur Verteilung von ESF-Mitteln auch die Rettung der PTA-Ausbildung an der Willy-Brandt-Schule bedeute, sagte sie. Die Europäische Union legt den Schwerpunkt für die Verteilung des Geldes in den nächsten sieben Jahren auf die Förderung benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Mindestens 20 Prozent der ESF-Mittel sollen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung eingesetzt werden, heißt es. „Dieser Schwerpunkt passe zwar nicht auf die Schule“, sagte Weiler. Grundsätzlich könne die Landesregierung aber die Schule in die Förderung wieder mit reinnehmen.

Auch der Landkreis Kassel sieht mit der positiven Nachricht aus Straßburg noch keine endgültige Entscheidung für den Erhalt des Ausbildungszweiges gefallen. Die Sache sei noch nicht gelöst, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Er gehe aber davon aus, dass es noch in diesem Jahr beim Land ein Votum zur Verteilung der EU-Mittel geben werde. STICHWORT

Von Sven Kühling

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