Gemeinde Lohfelden war doch über Erhöhung informiert - Widersprüchliche Mitteilungen aus dem Rathaus

Weiter Verwirrung um Strommasten

Michael Reuter

Lohfelden. Es war schweres Geschütz, das Lohfeldens Bürgermeister Michael Reuter vergangene Woche gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Kaufungen und Niestetal, Arnim Roß und Andreas Siebert (alle SPD), gegen den Stromriesen Eon auffuhr.

Im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung von vier Masten der 110-Kilovolt-Stromleitung warfen die Rathauschefs dem Konzern eine verfehlte Informationspolitik vor. Die Rathäuser seien über das Vorhaben nicht unterrichtet worden, so lautete die Kritik, man fühle sich von dem Unternehmen getäuscht. Bereits in einer ersten Stellungnahme beim Stopp der Bauarbeiten Ende Januar hatte die Gemeinde Lohfelden erklärt, dass die Netzsparte von Eon lediglich auf „Instandsetzungsarbeiten“ in dem elf Kilometer langen Trassenabschnitt hingewiesen habe. Doch das ist möglicherweise nur die halbe Wahrheit. Gleich mehrere Leser unserer Zeitung haben uns auf einen Widerspruch zwischen den Aussagen Reuters gegenüber der HNA und seiner Stellungnahme im örtlichen Mitteilungsblatt „Blickpunkt Lohfelden“ hingewiesen. In der von der Gemeinde herausgegebenen Publikation ist die Rede davon, dass „keine zur Veröffentlichung bestimmte Information des Netzbetreibers“ vorgelegen habe.

Im Klartext bedeutet dies: Es lagen der Gemeinde sehr wohl Informationen vor - und zwar sogar zu Details der Eon-Pläne, wie der Stellungnahme des Bürgermeisters im „Blickpunkt“ zu entnehmen ist. Die Gemeinde habe am 2. September 2010 von dem von Eon beauftragten Planungsbüro ein Schreiben erhalten, „welches über die geplanten Instandhaltungsarbeiten, u.a die Erhöhung von Strommasten, informierte“.

Es seien keine baurechtlichen Fragen zu prüfen gewesen, sagte Reuter, der die Angelegenheit jetzt vom Städte- und Gemeindebund juristisch prüfen lässt, gestern auf HNA-Anfrage. Die Gemeinde sei lediglich gefragt worden, ob sie die Zufahrt zu den Masten genehmige. Dem habe man zugestimmt und den Gemeindevorstand davon unterrichtet.

Eine Verpflichtung, die Öffentlichkeit zu informieren, gebe es bei einem derartigen Vorgang nicht, zumal von der Erhöhung der Leistung keine Rede gewesen sei. Laut Reuter hätte Eon angesichts der Diskussion über die geplante 380-Kilovolt-Leitung sensibler mit dem Thema umgehen und informieren müssen. Archivfoto: Koch www.hna.de/video

Von Peter Ketteritzsch

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