SPD warnt vor faulem Kompromiss – CDU teilt Befürchtungen nicht

Weiterbau der A44 im Lossetal: Wirbel um „Autobahn light“

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Am Westportal des Tunnels Hirschhagen

Kassel/Kaufungen/Helsa. Die Autobahn 44 zwischen Kassel-Ost und Helsa gibt es bislang nur auf dem Papier. Und diese Pläne sind höchst umstritten:

Hessens Noch-Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) bekommt kräftigen Gegenwind. Fast noch mehr als die Autobahn-Gegner setzt dem aus Kaufungen stammenden Minister der Bundesrechnungshof zu. Die Finanzwächter üben massive Kritik an den Plänen:

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Dem Vernehmen nach ist ihnen die bislang vorgesehene Variante zu teuer, außerdem monierten sie die Tatsache, dass die B 7 als zweite vom Bund zu unterhaltende Straße neben der A 44 erhalten bleiben sollte. Das alles mag Rentsch vier Wochen vor dem Ende seiner Amtszeit nicht mehr allzu viel Kopfzerbrechen bereiten; die schwarz-grüne Landesregierung in Wiesbaden könnte den Endlos-Ärger aber zum Anlass nehmen, bei der Autobahn-Planung für das Lossetal noch einmal ganz neu zu denken. Doch schon jetzt gibt es Widerstand gegen eine mögliche „Autobahn light“ auf der Grundlage der heutigen B 7.

Die beiden SPD-Abgeordneten Ulrike Gottschalck (Bundestag) und Timon Gremmels (Landtag/beide Niestetal) fürchten, dass bei einer ausgebauten Bundesstraße der Lärmschutz unter die Räder kommen würde. Und noch eine Gefahr sehen die Parlamentarier: Würde die B 7 als Verbindungsstück zwischen den beiden Autobahnen dienen, würde auch das bestehende Lkw-Fahrverbot fallen. „Dann käme es zu einer deutlich größeren Verkehrs- und Lärmbelastung“, erklärten die Abgeordneten am Wochenende gegenüber der HNA.

Sie drängen nun verstärkt auf die Veröffentlichung des Bundesrechnungshof-Berichts zur A-44-Planung. An die künftige Landesregierung appellieren die SPD- Abgeordneten, „keine faulen Koalitionskompromisse“ auf dem Rücken der Menschen im Lossetal zu vereinbaren. CDU-Kreischef Frank Williges (Helsa) teilt diese Befürchtungen nicht. Eine leistungsstarke Autobahn im Lossetal sei notwendig, sagte er am Sonntag auf Anfrage dieser Zeitung.

Zwischen Kassel und Helsa dürfe es „kein Nadelöhr geben“. Die Belange der Anwohner müssten berücksichtigt werden.

Von Peter Ketteritzsch

Video: Baustart des A44-Tunnels Hirschhagen

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