Gemeinde, Landwirt sowie Investor haben Pachtverträge für Anlagen auf dem Lindenberg unterzeichnet

Weiterer Schritt zum Windpark

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So könnte es werden: Diese Windräder stehen bei Bründersen im Wolfhager Land. Auf dem Lindenberg bei Breitenbach, nahe der Autobahn 44, gibt es ebenfalls Wald und Ackerland.

Schauenburg. Investoren und Gemeinde Schauenburg sind ein gutes Stück weiter auf dem Weg zu einem Windpark auf dem Lindenberg bei Breitenbach.

In diesen Tagen wurden die Pachtverträge zwischen dem Rathaus und dem Hoofer Landwirt Burkard von Kieckebusch auf der einen Seite sowie dem Unternehmen GP Joule aus Reußenköge in Schleswig-Holstein unterschrieben. Das bestätigen die Beteiligten auf Anfrage. Die Firma will die Rotoren bauen und später auch betreiben.

Ziel sei der Aufbau eines Windparks, unterstreicht André Hirsch, Geschäftführer bei GP Joule. „Ab Februar geht es mit der Planung richtig los.“ Über den Zeitplan oder gar die Anzahl und die Höhe der Windräder lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, sagt Hirsch. Diese Faktoren ergeben sich aus den Gutachten, die das Unternehmen im Vorfeld einer Genehmigung dem Regierungspräsidium vorlegen muss.

Der Regionalplan Nordhessen weist das 107 Hektar große Gebiet des Lindenbergs unweit der Autobahn 44 als Vorrangfläche für Windkraft aus. Das Gemeindeparlament hatte sich schon vor geraumer Zeit mit dem Thema befasst und dem Vorhaben mehrheitlich zugestimmt.

Möglicherweise im Wald

Möglich ist, dass auf dem Lindenberg zumindest ein Teil der Rotoren im Wald aufgestellt wird. „Etwa die Hälfte des verpachteten Geländes ist bewaldet“, erläutert Burkard von Kieckebusch. Wo die Anlagen letztendlich ihren Platz finden, sei abhängig von Wind- und Naturschutzbelangen. Der Lindenberg sei ein idealer Standort für Windkraftanlagen, sagt Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). „Weil er so abgelegen ist.“ Die ersten Wohnhäuser lägen in 1000 Meter Entfernung. Vorgeschrieben durch den Regionalplan sei lediglich ein Mindestabstand von 700 Metern von Windrädern bis zu einem Ort.

Etwa drei Viertel des Gebietes gehören dem Landwirt, ein Viertel der Gemeinde. Dennoch werde man sich die Pachteinnahmen zur Hälfte teilen, sagt von Kieckebusch. Das sei nur fair, weil man ja jetzt noch nicht abschätzen könne, auf welchem Boden nun genau die Anlagen stehen werden. Und: Der eine könnte ohne den anderen das Projekt sowieso nicht verwirklichen.

Ob die Windkraft auf dem Lindenberg kommt, ist trotz der unterschriebenen Verträge noch nicht sicher. Sollten beispielsweise Belange des Naturschutzes dagegen sprechen, könnte das Projekt noch sterben, erläutert von Kieckebusch. Dann könne der Investor allerdings ohne Probleme aus den ansonsten auf 20 Jahre laufenden Pachtverträgen aussteigen.

„Frühestens Ende 2012“

Bürgermeisterin Ursula Gimmler geht davon aus, dass es noch etwas dauert, bis sich die ersten Rotoren auf dem Lindenberg drehen. Sie rechne damit frühestens Ende 2012, eher aber erst 2013. Der Geschäftsführer des Investors kündigt an, dass er in drei bis vier Monaten mehr zum Zeitplan sagen kann.

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