Die Welle bei Hoof bleibt: Behörden weisen Kritik zurück

Schauenburg. Wer mit dem Auto auf der Höhe bei Hoof den Bahnübergang der Strecke Kassel-Naumburg überquert, der wird ganz schön durchgeschüttelt.

Obwohl von den Behörden auf der Landesstraße (ehemals B 520) an diesem Punkt Tempo 60 vorgegeben ist, werden Fahrer und Auto aufgrund einer tiefen Bodenwelle ordentlich ausgehoben. Dass die Behörden die Situation im Sinne von mehr Verkehrssicherheit entschärfen sollten, äußern immer mal wieder Leser unserer Zeitung. Die Behörden jedenfalls sehen keinen Anlass zu handeln. Für Reinhold Rehbein, Sprecher des Kasseler Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), liegt die Beschaffenheit des Bahnübergangs ganz einfach in der Natur der Sache.

Dieser Artikel wurde um 17.40 Uhr aktualisiert.

Es gebe gewisse Voraussetzungen für Straßen und gewisse Regelwerke für die Bahn. Die Querneigung der Bahnstrecke an dieser Stelle habe eine solche Welle in der Straße zur Folge, erläutert der Experte. Das ASV müsse dann sehen, wie es die beiden Interessen, die von den Autofahrern und der Bahn auf einen Nenner bekomme, sagt Rehbein. Der Kompromiss sei in diesem Fall, eine Geschwindigkeitsbeschränkung anzuordnen. Das hält auch die Polizei für die richtige Lösung.

Wer mit maximal 60 den Bahnübergang quere, der merke von der Bodenwelle kaum etwas, sagt Hermann Gerhold, Stellvertretender Leiter des Polizeireviers Süd-West in Baunatal. Wer aber zu schnell fahre, der spüre die Schläge deutlicher. Unfälle jedenfalls, die auf die unebene Fahrbahn zurückzuführen sind, hat die Polizei bisher nicht registriert, berichtet Karlheinz Fehr, Unfallsachbearbeiter des Reviers. Der Bahnübergang, der zur Strecke Kassel-Naumburg gehört, wird vom Verein Hessencourrier in Kassel unterhalten.

Ab Großenritte betreibt der Verein die Bahnstrecke für Fahrten mit historischen Eisenbahnen.

 „Haben nichts verändert“

 Der Verein habe den Abschnitt Anfang der 90er-Jahre von der Hessischen Landesbahn übernommen, sagt Klaus Schulte, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins. „Wir haben daran nichts verändert.“ Zudem weist Schulte darauf hin, dass der Verein in allen Belangen der Eisenbahnbetriebsordnung unterliege. Alle drei Jahre werde die Strecke vom Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht in Frankfurt geprüft.

 „Wir bemühen uns sehr darum, dass alles in Ordnung ist.“ Schulte bestätigt zudem die Auffassung des ASV. Weil die Strecke an dieser Stelle in eine Kurve geht. „Bei der Eisenbahn müssen die Kurven überhöht sein.“ Übrigens: Feste Bestimmungen für die maximale Tiefe von Bahnübergängen in der Fahrbahn gibt es laut Reinhold Rehbein nicht. Der ASV-Sprecher verweist auf Paragraph eins der Straßenverkehrsordnung: Jeder, der sich am Straßenverkehr beteilige, müsse sich so verhalten, dass er weder sich selbst noch andere gefährde.

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