Winterdienst: Zusammenarbeit zwischen Kaufungen und Stadtreinigern problematisch

Wenig Salz, gepfefferte Preise

Notprogramm: In Kaufungen wurden tagelang nur noch gefährliche Gefällstrecken und wichtige Kreuzungen gestreut. Unser Foto zeigt die Dr.-Horst-Schmidt-Straße in Oberkaufungen, die zur DRK-Klinik führt. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen. Einige Tage lief der Winterdienst in Kaufungen auf Sparflamme: Gestreut wurden nach Angaben von Bürgermeister Arnim Roß (SPD) nur noch Kreuzungen und gefährliche Gefällstrecken. Der Grund: Den Kasseler Stadtreinigern, die seit sieben Jahren im Auftrag der Gemeinde die Straßen von Eis und Schnee befreien sollen, drohte das Salz auszugehen. Erst am Mittwoch kam in Kassel wieder eine Lieferung an.

Wie in Kassel war daher auch in Kaufungen an einen normalen Einsatz von Taumitteln nicht zu denken. Im Kampf gegen die Schneemassen blieb den Fahrern der orangefarbenen Spezialfahrzeuge an den meisten Stellen nur der Einsatz des Räumschildes. Die Partnerschaft mit den Stadtreinigern erweist sich für die Gemeinde Kaufungen zunehmend als unerfreuliche Liaison. Im Rathaus dürfte man neidisch nach Lohfelden blicken. Dort gibt es mit dem Winterdienst keine Probleme. Über 100 Tonnen Salz liegen dort noch auf Lager, so viel wie nirgendwo sonst im Altkreis. Anders als in Kaufungen betreibt die Gemeinde Lohfelden den Winterdienst weiterhin in Eigenregie. Angespannt ist die Stimmung zwischen der Gemeinde Kaufungen und den Stadtreinigern aber nicht nur wegen des stockenden Salznachschubs. Der Winterdienst des städtischen Betriebs ist nämlich auch erheblich teurer als in den Vorjahren. 40 000 Euro beträgt die Grundgebühr, die die Gemeinde Kaufungen in diesem Jahr für den Einsatz berappen muss, knapp 13 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Für Räumleistungen, die das vereinbarte Kontingent von 80 Stunden überschreiten, muss die Gemeinde 166,60 Euro pro Stunde zahlen, fast doppelt soviel wie bisher (89,25 Euro). Weil sie so schnell keine Alternative aus dem Hut zaubern konnten, hatten die Gemeindevertreter dem neuen Vertrag im Herbst zähneknirschend zugestimmt.

Zur Zukunft des Winterdienstes in Kaufungen hält sich Bürgermeister Arnim Roß (SPD) bedeckt. Nach Auslaufen des Vertrages Ende März 2011 werde man darüber nachdenken, wie es weitergeht. Die Stadtreiniger hätten den Winterdienst ordnungsgemäß erledigt, sagte deren Chef Gerhard Halm gestern auf HNA-Anfrage. Beschwerden aus Kaufungen seien ihm nicht bekannt. Der alte und der neue Vertrag mit der Gemeinde seien wegen der unterschiedlichen Konditionen nicht vergleichbar, so Halm zu den gestiegenen Preisen. Details des seit November laufenden Kontrakts wollte er aber nicht nennen. Kaufungen ist laut Halm die einzige Kommune neben Kassel, die die Stadtreiniger mit dem Winterdienst beauftragt hat. KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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