10.000 Gäste weniger im Baunataler Aqua-Park

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Und Sprung: Von der Kletterwand können Kinder in das Becken springen. Bei schlechtem Sommerwetter profitiert die Anlage natürlich von dem Angebot im Freizeitbad.

Baunatal. Das wechselhafte Wetter sorgt auch im Baunataler Aqua-Park für einen deutlichen Besucherrückgang. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren schwammen und planschten bislang etwa 10.000 Gäste weniger in den Monaten Juni, Juli und August im Bad in Altenbauna.

Diese Zahlen nannte jetzt Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz, die im Rathaus für den Betrieb der Bäder verantwortlich ist. Der Aqua-Park, der im Sommer sowohl einen Außenbereich als auch das Hallenbad anbietet, komme gegenüber reinen Freibädern noch gut weg, sagt Engler-Kurz. „Klassische Freibäder verzeichnen in diesem Jahr ein Minus von bis zu 50 Prozent.“ Davon liege Baunatal glücklicherweise noch ein ganzes Stück entfernt.

In den Monaten Juni und Juli kamen 2009 und 2010 49 000 Badegäste, diesmal waren es nur 40 000. Für den August rechnen die Stadtwerke ebenfalls mit rund 1000 Besuchern weniger als in den Vorjahren, das wären 20 000 zahlende Gäste.

In der Summe wären das für die drei Sommermonate 60.000 Besucher. Zum Vergleich: Im besonders guten Sommer 2009 kamen 79.000 Menschen in den Aqua-Park. Wegen des schwachen Besuchs in diesem Sommer geht die Vizebürgermeisterin schon jetzt davon aus, dass das Bad das Gesamtergebnis des Vorjahres mit 201 000 Badegästen nicht erreichen wird. „Dazu müssten die Zahlen der Besucher ab September im Vergleich zum Vorjahr spürbar nach oben gehen.“

Von Sven Kühling

Hintergrund

Der Besucherrückgang beim Aqua-Park insgesamt lässt die Verantwortlichen aktiv werden. Die Stadtwerke wollen das Konzept des Bades überarbeiten. Das kündigt Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz (SPD) an.

Bereits vom Jahr 2009 auf 2010 waren die Zahlen um neun Prozent gesunken. Die Badegäste sollen – in einer gemeinsamen Aktion mit den Besuchern anderer Bäder der Region – mit einem Fragebogen zu ihren Wünschen befragt werden. Über die neue Kassenanlage im Bad wollen die Betreiber zudem erfahren, wo die Besucher des Baunataler Bades herkommen. Die Möglichkeit nach Erfassung der Postleitzahlen biete das neue System, sagt Engler-Kurz.

Kritik am Konzept des Aqua-Parks wird immer mal wieder laut. Das bestätigt auch die Vizebürgermeisterin. Zu hören ist beispielsweise, dass durch das nach der Sanierung 2008 eingeführte Kurssystem ab 20 Uhr normale Abendschwimmzeiten verloren gegangen sind.

Auch sind insbesondere Familien mit den Eintrittspreisen unzufrieden. „Zu teuer“ – diese Worte werden oft in Verbindung mit dem Aqua-Park gesagt.

Mit der Auswertung der Fragebogenaktion will das Rathaus einen detaillierten Überblick bekommen. Bisher gebe es kein belastbares Material, mit dem man eine Änderung des Konzeptes begründen könne, sagt Engler-Kurz. „Die Auswertung fließt ein in ein neues Konzept.“ In seiner Grundstruktur wird sich der Aqua-Park in Baunatal nicht ändern. „Wir sind ein Familienbad“, sagt die Erste Stadträtin. Eine umfassende Veränderung – möglicherweise in Richtung eines Wellnessbades wie die Kasseler Kurhessen-Therme – schließt Engler-Kurz aus. Ebenso wie eine weitere bauliche Veränderung.

In sechzehnmonatiger Bauzeit war der Aqua-Park bis Ende 2008 komplett saniert worden. Die Stadt Baunatal investierte 4,86 Millionen Euro. Die CDU-Fraktion im Stadtparlament hatte immer wieder kritisiert, dass beim Umbau zu wenig für die Attraktivitätssteigerung des Freizeitbades getan worden sei. Es sei beispielsweise versäumt worden, den Sauna-Bereich vernünftig auszubauen, hieß es.

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