Weniger Geld für Schauenburger Rathauschef?

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Sinkende Einwohnerzahl: Die jüngste Statistik weist für die Gemeinde Schauenburg einen Wert von genau 10.000 Einwohnern aus. Damit würde ein möglicher neuer Bürgermeister auch weniger Geld bekommen.

Schauenburg. Wäre in Schauenburg heute Bürgermeisterwahl und ein neuer Bürgermeister würde gewählt, dann bekäme dieser weniger Gehalt als die jetzige Amtsinhaberin Ursula Gimmler (CDU).

Der Schritt aus der Besoldungsgruppe B 2 zu A 16 liegt in der sinkenden Einwohnerzahl der Gemeinde Schauenburg begründet.

Sobald die Einwohnerzahl unter 10.001 falle, gehe es in der Besoldungsgruppe eins runter, erläutert Landkreissprecher Harald Kühlborn. Maßgebend sei nicht etwa der Wert zum Amtsantritt eines neuen Rathauschefs, sondern der Stand zum 30. Juni des Vorjahres.

Als Grundlage dienen die Zahlen des Statistischen Landesamtes. Und genau da waren aufgrund der letzten Zählung „Zensus“ die Werte von Schauenburg runterkorrigiert worden.

Zum 30. Juni 2012 lag die Gemeinde Schauenburg genau bei 10 000 Einwohnern. Zuvor war man noch von 10 245 ausgegangen. Nach dem aktuellen Wert wäre ein neuer Verwaltungschef also mit einem Lohn der Gruppe A 16 gestartet. Laut Kühlborn gibt es bei B 2 derzeit 6392 Euro monatlich. Bei A 16 sind es 6127 Euro. Oben drauf kämen dann noch - je nach Lebenssituation und Anzahl der Kinder - familienbezogene Ortszuschläge.

Ausgenommen von einer Abstufung bei der Besoldung sind die amtierenden Bürgermeister. Diese genießen Bestandsschutz. Auch wenn Gimmler bei der nächsten Wahl wieder anträte und die Zahl der Einwohner unter 10.001 läge, bekäme sie weiterhin B 2.

Die Amtszeit Gimmlers endet am 7. Juni 2017. Ob sie zu einer Wahl in vier Jahren noch einmal antreten wird, lässt die Christdemokratin derzeit noch offen. „Warum sollte ich es ausschließen?“, sagt sie lediglich. Ein Jahr vor der Wahl wolle sie entscheiden, ob sie eine dritte Amtsperiode angehen wolle.

Grundsätzlich ist die Bürgermeisterin mit dem Abwärtstrend in der Einwohnerstatistik nicht zufrieden. Gewisse Hoffnung liegt auf dem Zuzug junger Familien in die Neubaugebiete. „Damit hoffen wir, die 10 000er-Grenze zu halten“, sagt sie. Wenn es aber weiter runtergehe, „dann werden wir das nicht aufhalten können“.

Ein Gradmesser für den Abwärtstrend bei den Einwohnerzahlen ist die steigende Zahl bei den Sterbefällen. Laut Gimmler war die in diesem Jahr sehr hoch. „Wir hatten teilweise neun Beerdigungen pro Woche“, sagt sie. Im Schnitt liegt die Sterbefallzahl in Schauenburg jährlich bei rund 100. „Allein bis Mitte Mai des laufenden Jahres hatten wir schon über 70.“

Von Sven Kühling

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