1261 Fälle in 2012

Weniger Straftaten in Baunatal

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Gefahren im Internet: Auch in Baunatal steigt die Zahl der Betrugsfälle im weltweiten Netz an.

Baunatal/Schauenburg. Die Zahl der Straftaten im Bereich der Stadt Baunatal ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Registrierte das Baunataler Polizeirevier Süd-West 2011 noch 1371 Fälle, waren es 2012 nur noch 1261.

Damit liegt die VW-Stadt nahe dem niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre von 2010, wo es lediglich 1231 Straftaten gab. „Es ist erfreulich, dass die Fallzahlen zurückgehen“, sagt Henning Hinn, Stellvertretender Revierleiter, der Ende des Jahres den Chefposten von Helmut Loose übernehmen wird.

Bei der Zahl der aufgeklärten Fälle steht die Polizei allerdings im Bereich Baunatal nicht ganz so gut da wie im Vorjahr. Laut Hinn sank die Aufklärungsquote von 54,3 auf 49,2 Prozent. Helmut Loose erklärt diesen „Rückgang auf das für Baunatal normale Niveau“ mit einer Reihe von Betrugsfällen 2011 an Zigarettenautomaten im VW-Werk. Diese Fälle seien ja alle aufgeklärt worden und somit sei die Quote nach oben gegangen.

Henning Hinn

Während in der Kriminalstatistik für Baunatal die Zahl der Straftaten in vielen Bereichen leicht zurückging, verzeichnete die Polizei einen Anstieg bei den Vermögensdelikten. Vor allem Betrügereien im Internet nähmen zu, betont der stellvertretende Revierleiter. Den Tätern kommen die Beamten allerdings trotz Anonymität im weltweiten Netz meistens auf die Schliche. Laut Hinn liegt die Aufklärungsquote bei Betrügereien auf Plattformen wie Ebay und Co. hoch. „Die Beweisführung ist recht gut, entsprechend ist die Quote gut.“

Dass die Beamten auf der Datenautobahn schnell fündig werden, ist kein Zuzfall. Laut Hinn werden die Ermittler regelmäßig geschult. Schon die Polizisten vor Ort müssten schließlich genau wissen, was sie in die Anzeige reinschreiben. Teilweise werden Beweise direkt vom Handy eines Geschädigten auf den Computern der Polizei gesichert.

Zurückgegangen ist in Baunatal die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und die der Aufbrüche von Autos - und zwar von 318 auf 243. Nach Angaben Hinns hat sich die intensive Arbeit der Sondereinheit „EG Bruch“ positi1v bemerkbar gemacht. Unter anderem durch mehr Polizeipräsenz in den Wohngebieten habe man deutliche Erfolge erzielt. Die Zahl des schweren Diebstahls aus Wohnungen allein sank im Vergleich zum Vorjahr um 15 Fälle auf insgesamt 52. „Der Trend geht da nach unten“, so Hinn.

Der Rückgang der Straftaten beschert Baunatal auch im Vergleich mit anderen Kommunen des Landkreises einen Erfolg. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner lag die VW-Stadt 2011 noch an zweiter Stelle hinter der Stadt Kassel. Jetzt ist Baunatal (4549) hinter Kassel (10 062), Wolfhagen (5062) und Hofgeismar (4603) nur noch vierter unter 31 aufgelisteten Kommunen.

Auch Schauenburg steht in der Statistik besser da

Auch in der Gemeinde Schauenburg ist die Zahl der Straftaten gesunken. Dort registrierten die Beamten des Reviers Süd-West im Jahr 2011 insgesamt 191 Fälle, im vergangenen Jahr waren es nur noch 180.

Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner rangiert Schauenburg (1757 Fälle) im Landkreis Kassel damit erneut am unteren Ende der Statistik. Lediglich in Nieste (1738), Ahnatal (1639), Reinhardshagen (1439) und Söhrewald (1436) gab es 2012 weniger Straftaten.

Nach Angaben von Stellvertretendem Revierleiter Henning Hinn verzeichnete die Polizei in Schauenburg eine Reihe von Einbrüchen in Wohnungen sowie Gebäude von Firmen. Bislang gebe es in den meisten Fällen noch keine Spur zu den Tätern. „Die Aufklärungsquote liegt unter zehn Prozent.“

Hinn hat aber Hoffnung, dass sich das ändert. Schließlich seien beispielsweise DNA-Spuren noch nicht ausgewertet. Er gehe deshalb davon aus, dass sich in zwölf, 13 Fälle bei der Suche nach den Tätern noch etwas tue. Das gleiche gelte für 15 Pkw-Aubrüche, von denen bislang noch kein einziger aufgeklärt sei.

Von Sven Kühling

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