Weniger Straftaten und höhere Aufklärungsquote im Altkreis Kassel

Kreis Kassel. Weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote – die Polizeistatistik 2011 für die sieben Gemeinden im östlichen Altkreis Kassel ist erfreulich. Wären da nicht die zahlreichen Wohnungseinbrüche, die die Polizei verzeichnet hat.

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Hintergrund ist eine Einbruchserie im Spätherbst und Winter 2011, bei der die Täter Häuser in etlichen Gemeinden im Speckgürtel von Kassel aufsuchten. Die Zahl der Wohnungseinbrüche schnellte in der Folge im Landkreis von 196 (2010) auf 332 Fälle (2011) hoch. Betroffen waren hier vor allem Kaufungen, Lohfelden, Söhrewald und Niestetal.

Kurzclip: Verbrechensstatistik im Altkreis Kassel

Die Masche war laut Polizei überall die gleiche: Die Täter warteten die Dunkelheit ab, um zu sehen, ob jemand zu Hause ist. Dann drangen sie in das Gebäude ein und nahmen gezielt nur Bargeld und Schmuck mit. Weil es schnell gehen sollte, durchsuchten sie meist nur das Erdgeschoss, manchmal auch das erste Obergeschoss. Die Ermittler fanden wenig Spuren, sie gehen aber davon aus, dass es sich um Profis aus Südosteuropa handelt. Die Polizei bildete eine Ermittlungsgruppe „Bruch“. Als sich die Polizei in den betroffenen Orten verstärkt zeigte, brach die Serie ab. Die Ermittlungen gehen jedoch weiter.

Vor den beschriebenen Dämmerungsdelikten könne man sich einfach schützen, sagen die Ermittler: indem man durch zeitgesteuerte Lampen suggeriert, es wäre jemand zu Hause. Gut seien auch aufmerksame Nachbarn und ein gut einsehbares Grundstück. Opfer sehr verunsichert „Jede Tat ist eine zu viel, vor allem aber jeder Wohnungseinbruch“, sagte der Erste Polizeihauptkommissar Wilhelm Küllmer, Leiter des Reviers Kassel-Ost, bei der Vorstellung der Polizeistatistik für den Kasseler Osten. Denn ein Einbruch in die eigenen vier Wände wirkt meist nachhaltig auf die Betroffenen. Sie fühlen sich oft tiefgreifend verunsichert.

Kurzclip: Polizeistatistik für den Altkreis Kassel

Tötungsdelikte spielten im vergangenen Jahr fast keine Rolle, im gesamten Landkreis Kassel gab es nur einen Fall (2010: 10 Tötungsdelikte). Einen starken Rückgang gab es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten – von 1758 im Jahr 2010 auf 1428 im Jahr 2011. Grund ist die Verbesserung des Sicherungssysteme im Internet. Die meisten Fälle hingen mit der Plattform Ebay zusammen. „Sie wird von Betrügern häufig genutzt“, sagte Küllmer. Die Betroffenen erhielten dann statt des ersteigerten Produkts ein leeres Paket. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Landkreis deutlich gesunken, von 8237 (2010) auf 7873 Taten im vergangenen Jahr. Die Aufklärungsquote stieg dagegen leicht an von 52,2 Prozent (2010) auf 53 Prozent (2011).

Von Holger Schindler

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