In der Grundschule Espenau üben junge Literaten mit dem Autorenehepaar Garbe die Kunst des Schreibens

Wenn ein Bösewicht sich wandelt

Fantasievolle Fortsetzungen schreiben: Rianna Reh, Sarah Dippmann, Annika Beinhauer, Till Katzer, Carolin Kreß und Chiara Hörcher sind voller Eifer bei der Sache. Sehr zur Freude der Kursleiter Dr. Burckhard und Dagmar Garbe sowie Deutschlehrerin Vivien Krawinkel. Foto: Sommerlade

Espenau. Er ärgert seine Mitschüler, beschimpft sie oder stibitzt deren Pausenbrot – mit Olli ist wahrlich nicht gut Kirschen essen. Diese Erfahrung muss auch Linda machen. Als neue Schülerin wird ihr der Sitzplatz direkt neben Olli zugewiesen.

An dieser spannenden Stelle endet die von der Holzhäuser Autorin Dagmar Garbe geschriebene Geschichte „Olli und die Asizicke“. Zumindest für die acht jungen Teilnehmer der Schreibwerkstatt an der Grundschule Espenau.

Wie die Geschichte wohl weitergehen mag? Dieser Frage widmeten sich die lese- und schreibbegeisterten Kinder, die sich zur AG Schreibwerkstatt unter der Leitung des Autorenehepaars Dagmar und Dr. Burckhard Garbe angemeldet hatten.

So wie Rianna Reh. In ihrer Fortsetzung der Geschichte kommt es zu einem plötzlichen Sinneswandel bei Bösewicht Olli. „Er bessert sich und wird plötzlich ganz lieb“, erzählt die Neunjährige.

Auch Carolin Kreß hat sich mit dem Schicksal der beiden Protagonisten auseinandergesetzt. „Ich habe dabei schon weit in die Zukunft geblickt“, sagt sie kichernd. „Die beiden werden nämlich erst beste Freunde. Dann heiraten sie“, verrät die Neunjährige.

„Hellauf begeistert“ von den fantasievollen Ergebnissen des Schreibanlasses zeigte sich Deutschlehrerin Vivien Krawinkel, die das Autorenehepaar für die Schreibwerkstatt an die Grundschule Espenau holte. „Ich kann es kaum glauben, wie gut die verfassten Texte sind. Viele Formulierungen haben schon beinahe Erwachsenen-Niveau“, sagt Krawinkel

Dies bestätigte auch das unter anderem durch den Literatur-Nachwuchswettbewerb „Holzhäuser Heckethaler“ bekannt gewordene Ehepaar: „Es ist eine große Freude, zu sehen, wie viel Spaß die Schüler am Verfassen der Texte haben“, sagt Dr. Burckhard Garbe. „Als Schriftsteller und Sprachwissenschaftler habe ich sehr viel Spaß an der Sprache und am lustvollen Umgang mit ihr. Diesen Spaß möchte ich den jungen Teilnehmern gern weitervermitteln.“

Dass diese nicht nur Spaß, sondern ganz offensichtlich auch großes Talent haben, betonte Dagmar Garbe. „Einige Texte sind überdurchschnittlich gut. Wir waren erstaunt über die gelungenen Formulierungen und den lebhaften Schreibstil.“

In der mittlerweile zweiten Schreibwerkstatt-AG lag mit der Geschichte um „Olli und die Asizicke“ der Schwerpunkt auf dem Thema Gewalt. Im ersten Halbjahr hatten sich die Nachwuchsautoren dem Thema Krimi genähert. „Das war zwar manchmal brutal, hat aber auch viel Spaß gemacht“, waren sich die Teilnehmer einig.

Dagmar Garbe weiß, warum: „Das Thema haben wir damals immer mit einigen Krimi-Pillen versüßt“, sagt sie augenzwinkernd. „Und weil der große Vorrat noch nicht aufgebraucht ist, gibt’s diese auch weiterhin.“

Von Martina Sommerlade

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