Flugretter und Förderverein Christoph 7 bescherten gestalteten Adventsnachmittag

Wenn der Nikolaus im Hubschrauber anreist

Nach der Landung: Der Nikolaus alias Dirk Holpert (Mitte), begleitet von Peter Keim (links) und Robert Kurz (rechts) winkte den erwartungsvollen Kindern zu. Foto: Dilling

Fuldatal. Luca (2), sein Bruder Linus (1) und ihre Eltern Sascha und Jacqueline können längst wieder lachen. Doch die Brückmanns aus Rothwesten werden den Nachmittag Ende März dieses Jahres nicht vergessen.

Luca tobte auf dem Sofa, fiel plötzlich kopfüber nach hinten auf den Boden, ihm war schwindelig, er hatte Schmerzen. „Ich habe sofort die 112 angerufen“, erzählt Jacqueline Brückmann. Höchstens zehn Minuten später sei der Rettungshubschrauber Christoph 7 auf einem Bolzplatz in der Nähe ihres Hauses gelandet, der Notarzt untersuchte Luca. Dann ging es im Notarztwagen in das Kasseler Klinikum.

Noch dramatischer war der Einsatz des Helikopters bei der Familie Jost in Altenritte. Der herzkranke Emil, heute drei Jahre alt, bekam durch Fehlmedikation Atemnot, es ging ihm sehr schlecht, erzählt seine Mutter Tina Jost. Innerhalb von fünf Minuten sei der Rettungshubschrauber eingeflogen, der Notarzt habe Emil sofort stabilisiert, so dass der mit dem Krankenwagen in die Klinik gebracht werden konnte.

Beide Familien kamen am Wochenende auf Einladung des Fördervereins Christoph 7 zur schon traditionellen Adventsfeier ins Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Fuldatal nach Ihringshausen. 60 Kinder, die in letzter Zeit schnelle Hilfe vom Einsatzteam des Hubschraubers erhalten haben, ließen sich mit Märchen und Spielen unterhalten. Mit dabei waren die Eltern und viele Angehörige der Crew des Helikopters. Höhepunkt des Nachmittags war die Landung des Rettungshubschraubers im Hof der Wehr. Alle Kinder drückten sich die Nase an den verglasten Toren der Fahrzeughalle platt, um zu sehen, wie der Nikolaus mit einem Sack voller Geschenke entstieg. Hinaus durften sie wegen der durch die Rotoren verursachten Windböen nicht.

Wenn Christoph 7 im Einsatz sei, gehe es oft um Leben und Tod, sagte Ingo Sondergeld, Vorsitzender des Fördervereins. Daher wolle man mit der Feier den Kindern die dramatischen Erlebnisse ein wenig vergessen machen. Bis zu 90 Prozent der gut 1200 jährlichen Einsätze von Christoph 7 beträfen internistische Fälle, erzählt Notarzt Dr. Holger Pönitz: Ein plötzlicher Krankheitsschub beim Kind oder das Verschlucken unbekannter Flüssigkeit. Eigentlich sei der Rettungshubschrauber erst ab einer Entfernung von 35 Kilometer schneller als ein Notarztwagen vor Ort. Da es aber immer mehr Noteinsätze gebe, springe die Crew auch häufig ein, wenn kein Wagen sofort verfügbar sei.

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