Landkreis Kassel startet Werbeaktion für mehr Pflegefamilien

Plötzlich sind sie Eltern

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Flyer, die berühren sollen: Vize-Landrätin Susanne Selbert (von links), Thomas Strecker (Leiter der Fachstelle Adoptionen und Pflegekinder), Rosemarie und Rüdiger Hungerland, Yvonne Schneider und Johannes Vennemann, Jugendamtsleiterin Sabine Scherer und Robert Köster.

Kreis Kassel. Es ist eine Entscheidung, die Leben verändert. Einem Kind neuen Halt geben, steht auf dem Flyer, den Rosemarie Hungerland und Yvonne Schneider in den Händen halten.

Beide Frauen leben mit ihren Partnern in der Region. Während Yvonne Schneider jedoch zwei junge Töchter hat, sind Rosemarie Hungerlands Sprösslinge schon längst aus dem heimischen Nest. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie sind Pflegemütter.

Die Fachstelle Adoptionen und Pflegekinder von Stadt und Landkreis Kassel startet eine Werbeaktion zur Gewinnung neuer Pflegefamilien in der Region. „Rund 300 Kinder in Stadt und Landkreis leben in Pflegefamilien“, sagt Thomas Strecker, der seit 16 Jahren in der Fachstelle tätig ist. Und der Bedarf steigt. „Die Pflegekinder sind in 200 Familien untergebracht. Jährlich suchen wir für 20 bis 30 Kinder Familien, die sie bei sich zur Pflege aufnehmen.“

Um das Thema publik zu machen, schaltete die Fachstelle Robert Köster, Geschäftsführer von Roberts Marken & Kommunikation, ein. „Dieses Thema war für mich und meine Frau neu“, sagt Robert Köster. „Und es hat unser Leben schlagartig verändert.“ Für das kinderlose Paar war klar: Wir wollen auch Pflegeeltern werden. Seit einigen Wochen lebt nun ein 21 Monate altes Mädchen bei ihnen.

Pflegeeltern stellen sich vor

Die Idee, einen Flyer zu gestalten, in dem sich Pflegefamilien vorstellen, wurde schnell angenommen. Bernd und Carmen Ohnesorg, Yvonne Schneider und Lebenspartner Johannes Vennemann sowie Rüdiger und Rosemarie Hungerland genießen jede Sekunde mit ihren neuen Familienmitgliedern. „Eis essen gehen, Fahrrad fahren und einem Kind etwas beibringen – das sind Dinge, die wieder in unser Leben gehören“, sagt Rosemarie Hungerland. „Wir sind viel aktiver geworden.“

Aus einer schmerzlichen Erfahrung entwickelte sich der Wunsch nach einem Pflegekind bei Yvonne Schneider. „Die beste Freundin unserer Tochter war im Kinderheim. Die Mädchen konnten sich nur verabreden, wenn ein Mitarbeiter Zeit dafür hatte.“ Das Thema werde mit persönlichen Geschichten präsenter, ist sich Thomas Strecker sicher.

Informationsabend: Donnerstag, 16. Mai, ab 19 Uhr, Kreishaus Kassel (Wilhelmshöher Allee 19 - 20) im kleinen Sitzungssaal. Telefon 05 61/10 03-14 97 (Thomas Strecker).

Von Anthoula Grigoriadou

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