Region im Wettstreit um die besten Ideen – Auftaktveranstaltung am 17. März in Baunatal

Werben um Geld von der EU

Zieht immer mehr Touristen an: Der Habichtswaldsteig. Hier die Throne auf der Ruine der Schauenburg. Archivfoto: Kühling

Kreis Kassel / Baunatal. Im ländlichen Raum rund um Kassel wurden seit dem Jahr 2007 mehr als zehn Millionen Euro in touristische Projekte, Existenzgründungen und kulturgeschichtliche Vorhaben investiert.

120 Projekte profitierten vom Leader-Programm, das sich aus Töpfen der EU und des Landes Hessen speist. Beim neuen, siebenjährigen Förderzeitraum, der 2014 beginnen wird, könnten die Regionen Kulturlandschaft Hessenspitze und Casseler Bergland ebenfalls wieder absahnen.

Ute Raband vom Verein Region Kassel-Land leitet derzeit die Bewerbungen in die Wege. In den kommenden Monaten sollen unter Beteiligung möglichst vieler Bürger, Vereine und Vertreter aus Politik und Kirche Entwicklungskonzepte erstellt werden. Diese Ideen werden sich gegen die Konzepte anderer hessischer Regionen behaupten müssen. Gegen Jahresende entscheidet eine vom Land Hessen eingesetzte Jury.

Regionalmanagerin Raband und der Vereinsvorsitzende, Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos), rechnen mit einer breit gefächerten Palette an Ideen. Projekte könnten sich mit der medizinischen Versorgung auf dem Land, Leerstand, Einkaufsmöglichkeiten, dem Erhalt von Bädern und anderer Freizeiteinrichtungen befassen. Alles, was die Attraktivität des ländlichen Raumes erhalte und steigere, sei willkommen, sagt Schaake. Am 17. März wird es in der Stadthalle Baunatal eine zentrale Auftaktveranstaltung geben.

Das Leader-Programm hält Ute Raband für eine gute Sache. So wurden innerhalb des Förderzeitraums von 2007 bis 2013 über 20 Existenzen gegründet, Betriebe erweitert und gut 30 Eco Pfade angelegt. Der Habichtswaldsteig, der zunehmend mehr Wanderer anlockt, ist ebenso Ergebnis des Programms wie die Weidelsburg-Sanierung und der Ausbau des Naturparkzentrums Habichtswald.

Ärztliche Versorgung

„Eines der Probleme auf dem Land ist die ärztliche Versorgung.“ Wolfhagens Bürgermeister Schaake, weiß, wovon er spricht. Die Schließung der Geburtshilfe an der Kreisklinik Wolfhagen ist dabei das aktuellste Beispiel. Doch auch die älteren, niedergelassenen Ärzte haben Probleme, Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

Der Prozess der Konzeptentwicklung, der mit der Auftaktveranstaltung am 17. März angestoßen wird, soll auf einer breiten Basis stehen.

„Wir wollen die Vorhaben nicht der Region überstülpen“, meint Schaake. Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich mit Ideen und viel Kreativität einzubringen. Vorgegeben sei lediglich der Rahmen, der die Bereiche Tourismus, regionale Wirtschaft, Demografie, soziale Infrastruktur und Bildung sowie Ehrenamt- und Vereinsentwicklung abdeckt, ergänzt Raband. HINTERGRUND

Von Antje Thon

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