Werk-Hilfe bietet seit 20 Jahren betreutes Wohnen in Heckershausen an

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Stolz auf die Projekte der Werk-Hilfe: Bewohner Siegfried Karpinski (von links), die Vorsitzende des Bewohnerbeirats Christina Patzeld und der Vorsitzende der Werk-Hilfe Heinz-Dieter Olbrich.

Ahnatal. Heinz-Dieter Olbrich erinnert sich noch gut an den Zustand des alten Fachwerkhauses an der Heckershäuser Hauptstraße, als die Werk-Hilfe 1992 das Gebäude bezog. „Das Haus stand zehn Jahre lang leer und war abbruchreif“, berichtet der Vorsitzende der Werk-Hilfe.

Abreißen konnte man das 1682 errichtete Gebäude aber nicht, da es unter Denkmalschutz steht.

Die Gemeinde entschied, der Werk-Hilfe das Haus als Wohnheim für die behinderten Mitglieder zur Verfügung zu stellen. 1,1 Millionen DM kostete der damalige Umbau, bei dem über 60 Auflagen erfüllt werden mussten. Heute, 20 Jahre später, nehmen modern eingerichtete Einzelzimmer den Raum ein, wo sich früher Garagen befanden.

In gemütlichen Sitzecken können sich die Bewohner zurückziehen, es gibt einen extra Partyraum und einen Kreativraum. „Man kann hier sehr gut wohnen, es ist alles schön“, schwärmt Gülen Cengiz, die seit dem Beginn des Projektes in Heckershausen wohnt.

Da sich das Wohnhaus unmittelbar im Ortskern befindet, kommen die Behinderten leicht mit der Öffentlichkeit in Kontakt. „Als wir das Haus übernommen haben, war ich skeptisch. Aber die Leute akzeptieren unsere Bewohner, das freut uns“, sagt Olbrich. Für die Behinderten mache dies die Integration in den Alltag einfacher. Ziel der Werk-Hilfe ist es, dass es die Bewohner schaffen, möglichst eigenständig zu leben. Aus diesem Grund soll in Calden nun eine Wohngemeinschaft für Senioren entstehen, die sich an einer WG aus dem Nichtbehindertenbereich orientiert.

„Es haben sich Familienstrukturen gebildet“, beschreibt Olbrich die gute Atmosphäre unter den Bewohnern. Großen Stellenwert für die Werk-Hilfe hat derzeit der Bau des Sozialen Zentrums in Weimar. Das Projekt, bei dem Plätze zum betreuten Pflegewohnen errichtet und zudem barrierefreie Reihenhäuser erworben werden können, soll 2013 beginnen und kostet circa 9,1 Millionen Euro, von denen rund 80 Prozent aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden.

Von Tobias Kisling

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