Messmast zeichnet Winddaten in der Söhre auf – Mehrere Rotoren am Warpel geplant

Werke gehen in die Luft

Ragt 100 Meter in die Höhe: Der rot-weiße Gittermast besteht aus mehreren Elementen, die übereinandergesetzt wurden. Mit Abspannseilen wird er stabil gehalten. Foto: Schindler

Söhrewald/Fuldabrück. Wie ein riesiger Zahnstocher ragt er in den Himmel, selbst aus Kassel ist er noch über den Wipfeln der Söhre zu sehen: der 100 Meter hohe Messmast, den die Städtischen Werke Kassel jetzt auf dem Warpel zwischen Fuldabrück-Dörnhagen und Söhrewald-Wellerode aufgestellt haben.

Messinstrumente zeichnen in 60, 80 und 100 Metern Höhe die Windstärke und Windrichtung am Warpel auf. Die Daten sind wichtig für die Einschätzung, ob sich ein Windpark hier in der Söhre wirtschaftlich betreiben lässt und wie die geplanten Turbinen ausgestaltet sein sollen.

Der Messmast wurde auf einer Windwurffläche errichtet, wo der Sturm Kyrill im Januar 2007 wütete und massenhaft Bäume umlegte. Der Mast soll ein Jahr lang kontinuierlich Winddaten erheben.

Zuvor war der Gittermast ein Jahr bei Windhausen am Rande von Heiligenrode platziert. Die dort gewonnenen Daten werden nun ausgewertet.

100 000 Euro

Die Städtischen Werke hatten den Gittermast für 100 000 Euro gekauft, um den Ausbau der Windenergie voranzubringen. Mit seiner Hilfe sollen die Windpotenziale in der Region erforscht werden. Am Standort Warpel wurden bereits Untersuchungen zur Population von Vögeln und Fledermäusen angestellt.

Nach Abschluss der Windmessungen soll 2013 das Genehmigungsverfahren beginnen. Im Jahr 2014 wollen die Städtischen Werke mit dem Bau der Rotoren beginnen. Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest.

Nabenhöhe 140 Meter

Windräder der heutigen Generation haben eine Nabenhöhe von knapp 140 Metern. Mit den sich drehenden Rotorflügeln erreichen sie eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern.

Der 100 Meter hohe Messmast ist nach Auskunft der Städtischen Werke trotzdem ausreichend. Zur Gewinnung zuverlässiger Winddaten arbeite man in der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) eng mit dem Partner Wolfhagen zusammen.

Die Städtischen Werke Wolfhagen erfassen in einem Forschungsprojekt in einem Waldgebiet Winddaten in bis zu 200 Metern Höhe. Die Messergebnisse aus Wolfhagen werden mit den Werten vom Warpel abgeglichen, teilte der Kasseler Werke-Sprecher Ingo Pijanka auf Anfrage mit. So komme man zu verlässlichen Ergebnissen für den Warpel, in denen auch die Verwirbelungen durch Bäume berücksichtigt sind.

Vermutlich wird sich die neu gegründete Energiegenossenschaft Söhre finanziell an dem Windpark beteiligen. Um die Akzeptanz zu erhöhen, sollen die Bürger frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Am diesem Wochenende können sich alle Interessierten selbst ein Bild von dem geplanten Windpark-Standort machen.

Am Samstagnachmittag, 28. April, informieren die Städtischen Werke gemeinsam mit den Gemeinden Söhrewald, Fuldabrück und Lohfelden vor Ort über das Projekt.

HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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