Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt den Schrank des Sattlers Ludwig Wagner

Werkzeuge werden in Ehren gehalten

Lauter Kostbarkeiten: Spezialwerkzeuge für Sattlerarbeiten.

Lohfelden/ Kaufungen. Über 25 Jahre hatte der Leiter des Hessischen Kutschen- und Wagenmuseums in Lohfelden, Horst Fehr, mit dem Sattlermeister Ludwig Wagner zu tun. Ein Jahr nach dessen Tod erfüllte die Tochter des Niederkaufungers, Inge Hocke, sein Vermächtnis. Sie überreichte die Werkzeuge von Ludwig Wagner an Horst Fehr.

„Das bedeutet mir sehr viel“, sagt der Crumbacher. „Ich war sein letzter Kunde, wir haben gut zusammengearbeitet. Er hat Geschirr- und Sattelteile repariert und neu angefertigt. Er blühte durch die Arbeit richtig auf“, erinnert sich Horst Fehr. Dass Ludwig Wagner viel vom Sattlerhandwerk und von Pferden verstand, zeigte sich immer wieder. Er nähte das Leder beispielsweise doppelt und fügte dazwischen einen Lederstreifen, eine Seele, ein. Dadurch scheuert sich beim Gebrauch des Geschirrs das Fell des Pferdes nicht mehr ab.

Ludwig Wagner wurde 1904 in Niederkaufungen geboren. Er übernahm die Werkstatt seines Schwiegervaters 1945, zuvor war er in der Militärsattlerei in der Artilleriestraße in Kassel tätig. Später beschäftigte er sich verstärkt mit Polsterarbeiten, da es zu dieser Zeit immer weniger Pferde gab. 1990 ist der Sattlermeister gestorben, bis 1988 hat er gearbeitet. Auch sein Meisterbrief aus dem Jahr 1933 ist im Kutschenmuseum zu sehen.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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