Turbulente Ortsbeiratssitzung mit 120 Besuchern

Widerstand gegen Windkraft in Schauenburg

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Windräder nahe Elmshagen: In der Fotomontage haben wir die Rotoren und Masten, die oberhalb des Dorfs auf dem Saukopf platziert werden sollen, farblich hervorgehoben, um deren Größe zu verdeutlichen.

Schauenburg. Die von der Regierung propagierte Energiewende ist in Schauenburg mit schweren Geburtswehen verbunden: Die Vorstellung von zwei Windparkprojekten – auf dem Saukopf und am Lindenberg – während der Sitzung des Ortsbeirats Breitenbach  nutzten deren Gegner, um lautstark ihren Protest kundzutun.

Die schätzungsweise 120 Bürger, die am Wochenende auch aus anderen Ortsteilen kamen, fanden längst nicht alle Platz im Dorfgemeinschaftshaus. Viele mussten stehend die streckenweise turbulente und emotional geführte Diskussion verfolgen. Die von der Gemeinde eingeladenen Experten hatten gegen eine Reihe von aufgebrachten Bürgern einen schweren Stand. Dabei ging es vor allem um die von vielen befürchtete Verschandelung der Landschaft, Schattenwurf, den Lärm durch die rotierenden Flügel der Rotoren und unzureichende Abstände zur Wohnbebauung.

Es geht um zwei geplante Windräder am Saukopf und fünf Windkraftanlagen am Lindenberg nahe der Autobahn 44, die hoch über die Baumwipfel herausragen werden. Lars Rotzsche vom Bundesverband für Windenergie bezeichnete die Projekte als „Riesenchance für die Region“. Man könne sich so „langfristig von teuren Strompreisen abkoppeln. Wind ist kostenlos“, sagte er.

Der Hoofer Landwirt Burkard von Kiekebusch, der am Saukopf Flächen besitzt und das Projekt mitinitiiert hat, regte an, Bürger könnten sich mit Anteilen an den Anlagen finanziell beteiligen. Demnächst führe er darüber mit der Gemeinde Gespräche. Peter Ritter, von der in das Genehmigungsverfahren eingebundenen Kasseler Firma Cube Engeneering, rechnete vor, dass die gesetzlichen Lärmgrenzwerte deutlich unterschritten würden.

Er räumte aber auch ein, dass beide Windparks im Blickfeld vieler Breitenbacher sein würden. Wenn es einmal zu viel Schattenwurf durch die Rotoren gebe, könne man diese notfalls abschalten.

Solche Argumente kamen allerdings nicht an. „Suchen Sie einen Standort weiter weg“, sagte Dieter Hinzke. „Geräuschpegel und Schattenwurf stören mich. Es ist nicht zumutbar, wenn ich auf der Terrasse liege und die Vögel nicht mehr höre“, sagte Raimund Hochmuth.

Die Windräder hätten eine „optisch bedrängende Wirkung“, meinte Dr. Walter Becker und fügte hinzu: „Ich bin nicht bereit, das hinzunehmen.“

Andere Wortführer kritisierten, es gehe allein um finanzielle Interessen. Außerdem seien die Abstände zur Wohnbebauung zu gering.

Von Peter Dilling

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